Mit 61 Abbildungen. Was ist normal? Und wer ist abnorm? - Wir alle sind abnorm. Aber einige von uns sind es mehr als andere. Die Grundgestalt unseres Körpers und seine Entstehung nehmen wir gewöhnlich als gegeben hin. Doch bei näherem Hinsehen wird vieles rätselhaft: Wie entwickeln sich eigentlich Gliedmaßen? Wieso haben wir fünf Finger (und nicht vier oder sechs)? Was bestimmt unsere Größe? Unser Geschlecht? Warum altern wir? Man sagt, das menschliche Genom mache uns zu dem, was wir sind. Aber wie? Es mag zunächst absurd erscheinen, sich der Normalität, ja der Perfektion, über das Abnorme nähern zu wollen. Und doch stammt Vieles, was wir über die Mechanismen von Entwicklung, Wachstum und Altern des Menschen wissen, aus Untersuchungen an Individuen, die unter angeborenen, meist genetisch bedingten Krankheiten leiden. Und erblich bedingte Anomalien haben ihre Ursachen nicht nur in Fehlern, die im Mutterleib zustande kommen, sondern auch in unserer evolutionären Geschichte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 10.01.2005
Ein lehrreiches Buch! Mitreißend erzählt und dennoch fachlich präzise. Dietmar Klärner ist begeistert von Armand Marie Lerois Studie zu Mutationen des menschlichen Körpers. Vor allem weil sie so komplett ist. Der Autor spannt einen weiten Bogen von kulturhistorischen Anmerkungen zu Zwergen und Wolfsmenschen, die als lebende Kuriositäten an den Hofstaaten des sechzehnten Jahrhunderts "gehalten" wurden bis hin zu den neuesten Erkenntnissen in der Entwicklungsbiologie, die am Beispiel von Experimenten mit den molekularen Steuerungsmechanismen einfacher Organismen wie Fliege oder Wurm verdeutlicht werden. Leroi hat "ein veritables Gruselkabinett" vorgelegt, das sich einer der schwierigsten Fragen der Wissenschaft überhaupt stellt: Was ist der Mensch?
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