Über 300 Jahre lang dominierten die Ideen der Physik die Philosophie:Nicht unbedingt die Ethik, aber die Logik, die Wissenschaftstheorie, kurzum unser Denken über Wahrheit und die Naturgesetze. Inzwischen geht der Ehrgeiz der Physiker so weit, die ultimative Weltformel finden zu wollen, die in einer schönen mathematischen Gleichung das komplette Universum erklären könnte. Die Physik thematisiert die tote Materie, während dieses Buch darlegt, wie Charles Darwin und die Evolutionsbiologie die kopernikanische Revolution vollendeten, indem sie das Leben und die komplexesten Wesen auf unserer Erde in die Analyse mit einbezogen. In den Diskussionen und Gesprächen mit dem Evolutionsbiologen und Zoologen Ernst Mayr, dem Evolutionsgenetiker John Maynard Smith, dem Populationsgenetiker Francisco Ayala, dem Soziobiologen Bert Hölldobler und dem Immunologen Jonathan Howard werden die Umrisse einer neuen Philosophie der Biologie sichtbar.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.10.2003
Wer Gesetze liebt, der sollte sich von der Biologie fernhalten, meint sinngemäß Rezensent Hansjörg Küster. In Christian Göldenboogs Buch hat er nachlesen können, welche "zentralen Fragen" sich die moderne Biologie stellt, sowohl in "berichtenden Texten" als auch in "Gesprächen mit Physikern und Biologen", allen voran Ernst Mayr. Von Mayr erfahre man, inwiefern sich die Biologie grundlegend von den anderen Naturwissenschaften unterscheide. Aus der Sicht der gesetzesliebenden und allgemeinheitsverehrenden Physiker zum Beispiel erscheine die Biologie als "dreckige" Wissenschaft, die nicht in der Lage ist, "die Vielfalt der Erscheinungen" einzeln zu erklären, sondern nur deren "Ursache" zu benennen. Doch gerade weil die "Formen des Lebens" nicht fest bestehen bleiben, müsse die Biologie mit "unüberprüfbaren Ideen oder Konzepten" arbeiten. Göldenboorgs Buch, das tiefen Einblick in das "Gedankengebäude der modernen Biologie" verschafft, so Küster, ist ein sehr "empfehlenswertes" Buch über eine Wissenschaft, die noch vor vielen Rätseln steht.
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