Aus dem Amerikanischen von Yvonne Badal. Was bestimmt unser Verhalten? Erst die enormen Fortschritte in der Molekularbiologie des zwanzigsten Jahrhunderts lassen eine Antwort auf diese Frage möglich erscheinen. Entscheidend dazu beigetragen hat ein Mann, den außerhalb der Welt des Labors kaum jemand kennt: Seymour Benzer, erfindungsreich, exzentrisch und einer der bedeutendsten Biologen des zwanzigsten Jahrhunderts. Jonathan Weiner verbrachte fast fünf Jahre in Benzers Labor am California Institute of Technology in Pasadena und schaute dem so skurrilen wie genialen Wissenschaftler und dessen Schülern bei ihrer Arbeit über die Schulter. "Zeit, Liebe, Erinnerung" ist die Geschichte der modernen Genetik vom Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts bis heute. Es ist zugleich die Geschichte Seymour Benzers, der wie kaum ein zweiter die Molekulargenetik vorangetrieben hat: in den fünfziger Jahren mit der Entschlüsselung der Feinstruktur des Gens, seit den sechziger Jahren als Begründer der genetischen Sektion des Verhaltens.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.02.2001
Helmut Mayer hat viel gelernt aus diesem Buch; das merkt man seiner Besprechung an: In nuce gibt er uns die Erfolgsgeschichte der Fruchtfliege und der Genforschung wieder, wie sie der Autor, nach Mayers Auffassung allerdings mitunter etwas zu unkritisch, hier entfaltet. Das Buch, schreibt Mayer dankbar, zeichnet einige wichtige Traditionslinien der Genforschung bis in die jüngste Vergangenheit nach, informiert gleichermaßen über theoretische Konzepte und experimentelle Verfahren sowie über persönliche Forschungsstile und Labortraditionen. Dass die Verhaltensgenetik "der Königsweg zur letztgültigen Erkenntnis der menschlichen Natur" ist, wie es der Autor suggeriert, will der Rezensent aber dennoch nicht unterschreiben.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 19.10.2000
Jörg Albrecht ist schon recht gemein: Der Pulitzerpreisträger Jonathan Weiner habe mit dieser Biografie über den Wissenschaftler Seymour Benzer, "eine Lücke geschlossen, von der die wenigsten wohl geahnt haben, dass sie existiert hat". Das ging an die Adresse der Leser. Deswegen fasst Albrecht in seiner Rezension vor allem all das zusammen, was man gemeinhin über diesen "Pionier der Gentechnik" nicht weiß. Wie ignorant dieses Nicht-Wissen ist, macht Albrecht auf ziemlich eindrucksvolle und recht verständliche Weise klar. Die bildungsbewusste und tief beschämte Leserin bedankt sich.
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