Die aktuelle Flüchtlingskrise ist vor allem den Ereignissen im Nahen Osten geschuldet. Dabei gerät eine langfristig viel bedrohlichere Entwicklung aus dem Blick: die Völkerwanderung Zehntausender Afrikaner nach Europa. Asfa-Wossen Asserate beschreibt die Ursachen dieser Massenflucht und appelliert an die europäischen Staaten, ihre Afrikapolitik grundlegend zu ändern. Andernfalls werden es bald nicht Tausende, sondern Millionen von Flüchtlingen sein, werde diese größte Herausforderung Europas im 21. Jahrhundert in einer Katastrophe enden - für Afrika und Europa.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.05.2017
Wilfried von Bredow nimmt den Rat von Asfa-Wossen Asserate ernst, dass Afrika sein Schicksal selbst in die Hand nehmen muss. Der Autor scheint ihm nüchtern, kenntnisreich und doch mit Blick für die menschlichen Schicksale auf dem Kontinent die Misere, ihre Ursachen und die Lösungsmöglichkeiten zu erörtern. Die Logik des Misslingens, die sich aus kolonialen und postkolonialen Entwicklungen, defizitärer Staatlichkeit, Ungleichheit, Perspektivlosigkeit und fehlgeleiteter Entwicklungshilfe zusammensetzt, scheint dem Rezensenten schlagend, wenn Asserate ihre Wechselbeziehungen mit besonderem Blick auf seine Heimat Äthiopien offenlegt. Asserates Prognose großer Flüchtlingswellen scheint dem Rezensenten nachvollziehbar.
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