Assaf Gavron

Auf fremdem Land

Roman
Cover: Auf fremdem Land
Luchterhand Literaturverlag, München 2013
ISBN 9783630874197
Gebunden, 544 Seiten, 22,99 EUR

Klappentext

Aus dem Hebräischen von Barbara Linner. Irgendwo hinter Jerusalem, im Westjordanland, am Fuße eines Hügels, halb im Naturschutzgebiet, teils auf dem Grund des benachbarten arabischen Dorfes, teils in der militärischen Sicherheitszone, nahe der offiziellen Ansiedlung Ma aleh Chermesch wächst eine kleine Ansammlung von Wohnwägen zu einer illegalen Siedlung heran. Der Gründer Etaniel Asis, der nur Rukola und Tomaten für den Lieblingssalat seiner Frau anbauen und eine Ziege für die Kinder halten wollte, findet so großen Gefallen an dem urwüchsigen Stück Land, dass er seinen Brotberuf als Buchhalter aufgibt. Eine Straße wird gebaut, ein Generator wird gestellt, ein Wasserturm errichtet. Als die Behörden von der Siedlung erfahren, stellt sich heraus, dass keine Genehmigung für das Abstellen der Wohnwagen vorliegt, aber auch keine, sie zu entfernen Ständig ist Ma'aleh Chermesch 3 seitdem von Räumung bedroht, und doch überdauert die Siedlung Jahr um Jahr, zieht Familien wie Singles an, Bauern und Lehrer, einen palästinensischen Hund sowie zwei Brüder, die aus Amerika zurückgekehrt sind und sich als alte Landpioniere verstehen, weil beide im Kibbuz großgeworden sind. Als ein amerikanischer Journalist über die Siedlung berichtet, kommt es zu einer internationalen Krise, der Verteidigungsminister Israels muss sich den USA gegenüber rechtfertigen. Und was machen bitte die Japaner im palästinensischen Nachbardorf?

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 12.03.2014

In seinem Roman "Auf fremdem Land" erzählt der israelische Schriftsteller Assaf Gavron die Geschichte zweier Brüder, die es auf sehr unterschiedlichen Wegen in eine illegale Wohnwagensiedlung im Westjordanland verschlagen hat, berichtet Rezensent Jürgen Berger. Während Gavron als politischer Mensch klar Stellung gegen die israelische Siedlungspolitik bezieht, hält er als Erzähler Distanz: unter den Wohnwagenbewohnern herrscht eine "Atmosphäre der Selbstverständlichkeit", die der Autor nicht verurteilt, sondern nur aufmerksam beschreibt, erklärt Berger. So entgeht Gavron der Gefahr, aus seinem Roman ein politisches Manifest zu machen, lobt der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2013

Ein bisschen kommt es der Rezensentin Eva Menasse vor, wie in einem Kleingartenverein, wenn sie bei Assaf Gavron liest, was die israelischen Siedler im Westjordanland so alles treiben. Natürlich sind es keine Laubenpieper, die den Roman bevölkern, sondern schwer verfeindete, einander tödlich bedrohende Parteien. Wie der Autor sie darstellt, von unten sozusagen, zutiefst menschlich, wie Menasse erklärt, löst diesen Effekt aus. Und genau in diesem Sinne versteht die Rezensentin das Buch als ein politisches. Nicht indoktrinieren möchte der Autor, glaubt sie, sondern eine verwickelte Geschichte möglichst genau erzählen, aus Sicht der Siedler und mit jeder Menge Sinn für den Aberwitz und die Tragik seiner Helden. Das gelingt ihm vorzüglich, findet Menasse.

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