Asta Scheib

Sei froh, dass du lebst!

Roman
Cover: Sei froh, dass du lebst!
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2001
ISBN 9783871344213
Gebunden, 318 Seiten, 22,96 EUR

Klappentext

Asta Scheib erzählt in diesem autobiografischen Roman von einer Jugend in der verschlafenen Kleinstadt Attenberg. Sie selbst sagt über ihr neues Buch: "Die Konfrontation mit der Vergangenheit als Thema eines Romans ist nicht neu. Aber meine Sicht ist es. In der Stadt meiner Kindheit hätte man die fünfziger Jahre erfunden haben können: Der Krieg hat die alte Ordnung zerschlagen, doch ein Umdenken setzt nicht ein. So unterschiedlich die Protagonisten auch sind, eines haben sie gemeinsam: das Bemühen, die Vergangenheit zu verdrängen."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.10.2001

Obwohl sich einem bei dem Stoff des Romans schnell der Verdacht aufdrängen könnte, dass es sich um langweilige "Wiederholung abgegriffener Botschaften" handelt, findet Sabine Brandt Asta Scheibs Roman "Sei froh, dass Du lebst!" gelungen, da er belehrend und amüsant zugleich sei. Die Geschichte, die in den historischen Kontext der "letzten Jahre des Zweiten Weltkrieges und den ersten anderthalb Jahrzehnten des neuen Friedens" eingebettet ist, wird aus der Sicht der "Göre" Agnes erzählt. Die Darstellung des Geschehens aus der - nicht immer ungefährlichen, da undistanzierten - Perspektive einer "kindlichen Zeitzeugin" sei der Autorin besonders gut geglückt. Die "Backfischzeit" der Protagonistin fällt im Roman mit der "Aufstiegsphase der jungen Bundesrepublik" zusammen. Vielleicht eine allzu offensichtliche Parallele, aber die Rezensentin weist den Vorwurf des platten Geschichtsunterrichts überzeugend zurück: Sie sieht in Agnes vor allen Dingen eine "Art provinzdeutsche Pippi Langstrumpf", die macht was ihr gefällt.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.05.2001

Albert von Schirnding hält sich mit einem Urteil über dieses Buch auffallend zurück. Vielmehr geht er auf die früheren Werke der Autorin ein und betont das Autobiografische des vorliegenden Romans. Dabei lobt er, dass Scheib einerseits mit einer gewissen Distanz vorgeht, gerade was die Zeichnung des Mädchens betrifft. Andererseits findet er aber auch, dass sich durch Scheibs Nähe "alles Erzählte in der Ich-Figur spiegelt". Was die Menschen in dem kleinen Ort Attenberg betrifft, so scheint ihm zu gefallen, dass Scheib sie "ohne Ressentiments zeichnet, aber auch keineswegs verklärt".

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.05.2001

Anja Maier kann sich für dieses Buch nicht wirklich begeistern. Dies liegt vor allem daran, dass sich Scheib hier ihrer Ansicht nach zu sehr auf das "Revival-Prinzip" verlassen hat und jede Erinnerung an ihre Kindheit - und sei es nur der Duft einer Tasse Kakao - festhalten wollte. Darüber hinaus scheint sich die Rezensentin an einem Übermaß an Stereotypen zu stören, mit denen die Nachkriegswelt ausgestattet wird: Perlonstrümpfe, Amihuren, Knef nackig. Das alles wäre nicht wirklich schlimm, deutet Maier an. Doch der "dunkle Plot", den die Autorin hinzugefügt habe, führt nach Maiers Ansicht dazu, dass die Gefühle des Kindes dabei nur vage vermittelt werden. Maier gibt zu, dass es nicht leicht ist, die Gefühlswelt eines Kindes, ohne dass "es denunziert wird oder Niedlichkeit bedient wird". Dass es dennoch geht, habe Erwin Strittmatter in seinem Roman "Laden" bewiesen. Doch Strittmatters Balance zwischen Kinderwürde und übergeordneter Dramaturgie hat Scheib nach Ansicht Maiers nicht erreicht, was - wie die Rezensentin vermutet - möglicherweise an mangelnder Distanz der Autorin beim Erzählen liegt.
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