Aus dem Französischen von Angela Sanmann. Aurélie Filippettis Vater Angelo, Sohn italienischer Immigranten, war Minenarbeiter und kommunistischer Bürgermeister in Lothringen. Ihr Großvater arbeitete ebenfalls unter Tage und kämpfte in der Résistance. Ausgehend von ihnen erzählt Aurélie Filippetti berührend und literarisch überzeugend die Geschichte ihrer Familie. Geprägt vom Algerienkrieg, der Frankreich spaltete, und tief getroffen von wirtschaftlichen Desillusionierungen waren Minenarbeiter wie sie die letzten Kämpfer gegen die Ausbeutung ihrer Region. Aber ihr Leben wurde versteckt, geopfert, vergessen. Aurélie Filippetti verleiht ihnen eine Stimme. Ein ergreifender Familienroman und eine Hommage an die Arbeiterklasse des 20. Jahrhunderts.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.12.2014
Rezensent Georg Renöckl warnt vor einer gehörigen Portion Pathos in Aurélie Filippettis Roman, möchte uns das Buch der ehemaligen Kulturministerin der Regierung Hollande aber dennoch schmackhaft machen. Und das geht so: Pathos, meint Renöckl, steht der Geschichte der italienischstämmigen Bergarbeiter im nördlichen Lothringen, die Filippetti mit Ausflügen in ihre eigene Familiengeschichte erzählt, gar nicht schlecht. Dass die Autorin zudem den wenig bekannten Kampf der italienischen Immigranten in einer feindseligen Nachkriegsgesellschaft dokumentiert, scheint dem Rezensenten ein nicht geringer Verdienst.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.11.2014
Wehmütig blickt Rezensentin Lena Bopp zusammen mit der Autorin, die in diesem Buch kaum verklausuliert von ihrer Familie, einer Eisenminenarbeiterfamilie aus Lothringen, berichtet, auf Vergangenes und Verlorenes zurück. Besonderen Reiz hat das laut Bopp, da Aurelie Filipetti, die das Buch bereits vor über zehn Jahren schrieb, erst vom Arbeiterkind zur Absolventin der ENS und inzwischen zur Kulturministerin a.D. geworden ist. Die Lebenserinnerung taugt für Bopp so zum Märchen, auch weil es tragischen Stoff aus dem Milieu in Hülle und Fülle bietet, wie die Rezensentin weiß. Als bisweilen pathetisches politisches Bekenntnis, nicht als Streitschrift, lässt sich das Buch auch lesen, meint sie.
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