Frauen und die Planung von Städten - dies war bislang ein ungeschriebenes Kapitel der Städtebaugeschichte. In dieser Publikation wird nun erstmals die Bedeutung der Autorinnen und Akteurinnen anhand ihrer Schriften und Pläne illustriert. Dokumentiert wird dies durch den Abdruck von zahlreichen Quellentexten aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Die Untersuchung erweitert nicht nur den Horizont der städtebaulichen Historiographie, sondern begibt sich auch auf die Suche nach neuen theoretischen Denkmodellen für die Stadtplanung.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.11.2015
Rezensentin Gabriele Detterer ahnt, dass es hier was zu lernen gibt. Mit ihrem mühevoll recherchierten Band füllen die Herausgeberinnen Katia Frey und Eliana Perotti eine Lücke, meint Detterer. Denn dass Frauen im Fach Architektur und Stadtplanung angekommen seien, lässt sich zahlenmäßig nicht behaupten, erklärt sie. Wie weiblich konnotiertes Planen und Bauen aussieht, zeigen die Herausgeberinnen laut Detterer anhand von historischen weiblichen Stadtbauvisionen, die zum Beispiel darauf zielten, dem Bedürfnis der Frau nach Reduzierung der Mehrfachbelastung nachzukommen. Die Vorstellung von Architektinnen aus der Sowjetunion, Europa und den USA, wie Alice Constance Austin oder Charlotte Perkins-Gilman, zeigt der Rezensentin, wie visionär weibliche Städtebautheorie sein konnte.
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