Mit 350 Duotone-Tafeln. Bernd und Hilla Becher, die mit ihrer konsequenten dokumentarischen Photographie industrieller Bauten internationale Beachtung genießen, zeigen in diesem frühen Werkzyklus über die Fachwerkhäuser des Siegerlandes, wie industrielle Bedingungen Erscheinungsbild und Charakter eines ganzen Landstrichs prägen. Lange Zeit war hier die Verwendung von Holz zu Bauzwecken gesetzlich rationiert, da Holzkohle die einzige zur Verhüttung der örtlichen Eisenerzvorkommen lebensnotwendige wie wohlstandsichernde Energiequelle war. Diese strenge Begrenzung einerseits, baulich-statische Notwendigkeit und ästhetisches Empfinden andererseits führten zu einem ganz eigenen Typ des Fachwerkhauses und der Dörfer. Der vorliegende Band - Ergebnis fast 20jähriger Tätigkeit - war die erste thematisch abgeschlossene Arbeit der Künstler.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 02.12.2000
Dieses erste gemeinsame Projekt von Bernd und Hilla Becher, entstanden Ende der 50er Jahre bis 1975, wird von Ulf Erdmann Ziegler mit viel Lob bedacht. Mit dem Begriff "Industriefotografie" ist es nicht ausreichend beschrieben, so Ziegler, es handelt sich vielmehr um eine komplexe Dokumentation von künstlerischem Wert. Der Rezensent lobt die Systematik des Bandes und beschreibt die Abbildungen von Häusern unterschiedlichster Größe und Ausstattung: Der Leser erfahre hier viel Interessantes über den Fachwerkbau, der um 1900 eine ärmliche Form des Bauens geworden sei. Ziegler verweist darauf, dass die Bechers keine Stilkunde betrieben haben, sondern eher den pragmatischen Aspekt des Bauens betonten , "den Kompromiss von Absicht, Werkstoff, Geld und Kenntnis", wie er es nennt, der sich im Haus widerspiegelt. Im Unterschied zu vielen enttäuschenden Neuauflagen von Fotobänden haben die Fotografien dieses Bildbandes, so Ziegler, durch das weißere Papier noch stärkere Ausdruckskraft als in der Erstausgabe.
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