Aus dem Amerikanischen von Isabel Bogdan. Als Mutter können Sie heutzutage eigentlich nur alles falsch machen: Gehen Sie arbeiten, vernachlässigen Sie Ihr Kind; bleiben Sie zu Hause, binden Sie es zu sehr an sich. Woran liegt es, dass Frauen unablässig gute Mütter sein möchten, aber ebenso unablässig an diesem Ideal scheitern? An den unerfüllbar hohen und widersprüchlichen Erwartungen, sagt die vierfache Mutter Ayelet Waldman. Dagegen hilft nur eins: Stehen Sie dazu, dass Sie eine böse Mutter sind, eine Mutter, die nicht stillt, sondern die Flasche gibt; eine Mutter, die sich auf dem Spielplatz langweilt; eine Mutter, die auch einmal an sich selber denkt. Offen und schonungslos berichtet die Autorin aus ihrem Leben als böse Mutter und rät zu mehr Gelassenheit: Sie können nicht alles richtig machen.
Rezensentin Anja Maier kann sich nicht recht erwärmen für Ayelet Waldmans Buch "Böse Mütter". Sie liest das Buch in erster Linie als eine "postfeministische Kapitulationserklärung", die in ihren Augen eine Menge antifeministische Argumentation bietet. Die Autorin, Harvard-Absolventin, verheiratet mit dem Schriftsteller Michael Chabon und Mutter von vier Kindern, erzählt darin, wie sie ihren Job als Unidozentin und Rechtsanwältin aufgegeben hat, um Vollzeitmutter zu werden. Dass Waldman die bestehenden Geschlechterungerechtigkeiten anführt, um ihre "Nur-Mutterrolle" zu rechtfertigen, scheint ihr nicht wirklich überzeugend. Zumal das Ganze für Maier ziemlich nach Seelenstriptease aussieht.
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