Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.05.2000
Das Original des Romans ist im Jahr 1968 erschienen - und der Rezensent Boubacar Boris Diop nimmt die soeben erschienene zweite Auflage der deutschen Übersetzung zum Anlass, auf dieses "epochemachende Werk" des ghanesischen Schriftstellers Ayi Kwei Armah aufmerksam zu machen. Er weist darauf hin, dass der Roman mit seiner gnadenlosen Kritik am Korruptionssumpf in Ghana bei seinem Erscheinen für erbitterte Reaktionen sorgte - heute aber, so der Rezensent, werde die Hellsichtigkeit des Autors deutlich. Mit dem namenlosen Protagonisten, der seine Würde inmitten des Verfalls zu wahren sucht, sei eine exemplarische Verkörperung des marginalisierten Widerstands gelungen. Der Roman verweigere jeden "ästhetischen Filter", sondern ziele in ungeschönten "knappen, trockenen Sätzen" auf das Wesentliche. Noch heute sei der im angelsächsischen Raum berühmte Autor unversöhnt - doch der Rezensent betont zum Abschluss seiner Hymne auf dieses Meisterwerk, dass aus einigen der "Erniedrigten und Beleidigten" leise die Stimme der Hoffnung spreche.
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