Barbara Görres Agnoli

Johannes Agnoli

Eine biografische Skizze
Cover: Johannes Agnoli
Konkret Literatur Verlag, Hamburg 2004
ISBN 9783894582333
Kartoniert, 173 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Mit dem Erscheinen der "Transformation der Demokratie" 1967 wurde der Politikwissenschaftler Johannes Agnoli einer der theoretischen Wegbereiter der Linken. In ihrer Biografie schildert Barbara Görres Agnoli nun zum ersten Mal seine Kindheit und Jugend im Veneto/Italien, beschreibt seinen familiären Hintergrund ebenso wie die Anfänge seines philosophischen und literarischen Interesses und seiner Beschäftigung mit Kant, Fichte, Hegel, Marx sowie seine jugendliche Begeisterung für Hitler und Mussolini. Sie versucht seinen Beweggründen für den Eintritt in die deutsche Wehrmacht nachzugehen, schildert seine Erfahrungen in der Kriegsgefangenschaft in Ägypten und zeichnet seine Studienzeit und seinen akademischen Werdegang in Deutschland nach: das Studium in Tübingen bei Eduard Spranger, später auch bei Theodor Eschenburg und seine Entwicklung als Philosoph und linker Theoretiker, seine Tätigkeit am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin, wohin Ossip K. Flechtheim ihn 1962 holte und wo er bis 1990 Professor war. Dass man die Dinge auch andersherum sehen müsse, war eines der Leitmotive des Dialektikers und Ironikers Johannes Agnoli.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 30.12.2004

Eine "ebenso unprätentiöse wie ehrliche" Biografie hat Barbara Görres Agnoli über ihren verstorbenen Ehemann Johannes Agnoli geschrieben, bemerkt Rezensent Rudolf Walther. Die Witwe des linken Theoretikers, dessen "Transformation der Demokratie" heute noch als "Bibel der außerparlamentarischen Opposition" gilt, informiere "vorzüglich" über die Herkunft ihres Gatten und ihr über vierzigjähriges Zusammenleben. Dass Agnoli nur ein Drittel seiner "Bibel" selbst geschrieben hat, erfahre der Leser ebenso wie die Tatsache, dass jede Beteiligung des Denkers an Haus- und Erziehungsarbeit hart erkämpft war. Darüber hinaus zeichnet die Autorin ein "plastisches Bild" der gesellschaftlichen Sitten im Adenauer-Staat. Wissenschaftliches Werk und akademisches Wirken habe sie dagegen nicht "beurteilen" wollen, weiß der Rezensent. Umso besser, dass das "gut lesbare" Werk durch "informative" Aufsätze ergänzt wird, in denen Gerhard Lehmbruch und Wolf-Dieter Narr die intellektuelle Leistung Agnolis hervorheben.

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