Die Zentralschweiz ist eine literarische Landschaft von unglaublichem Reichtum. 15 literarische Wanderungen eröffnen ungeahnte Zugänge zu dieser teils rauen, teils lieblichen Gegend zwischen Vierwaldstättersee und Gotthard zum Schauplatz aufregender Geschichten: August Strindberg gelingt es, mythische Stimmungen mit der grellen Realität des Gotthardtunnelbaus zu verschmelzen, Thomas Hürlimann und Tim Krohn loten die Tiefen des Zugersees aus, während F. Scott Fitzgerald nur kurz Station macht, Friedrich Schiller imaginiert von seinem Weimarer Schreibtisch aus eine Überquerung des Surenenpasses, mit F. H. Achermann erleben wir einen Wildhüter-Wilderer-Showdown am Schwalmis, und Christina Viragh scheint auf Heinrich Federer zu antworten, wenn beide über den Pilatus schreiben und dem Luzerner Hausberg noch mehr Rätselhaftigkeit verleihen, als er ohnehin besitzt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.10.2013
Angenehm überrascht stellt der Rezensent Stefan Fischer fest, dass Barbara Piattis Buch "Es lächelt der See" weit mehr zu bieten hat als zunächst erwartet. Bei ihrer Suche nach literarischen Orten in der Wirklichkeit reflektiert sie über die Bedeutung solcher Plätze per se und äußert offen Kritik am immer beliebter werdenden Literatur-Tourismus, der nach Wiedererkennungswert sucht, wo gar keiner ist, so der Rezensent. Das Verhältnis von Realität und Fiktion an derlei Orten fasziniere Piatti offenkundig, das wird auch an ihrem aktuellen Projekt an der ETH Zürich ersichtlich, bei dem sie einen literarischen Atlas für Europa erarbeitet. Und so folgt Fischer ihr mit Vergnügen auch durch die literarische Schweiz.
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