Älterwerden gibt es eine Frau, die das nicht kümmert? Frauen trifft die zweite Lebenshälfte besonders hart ungleich schärfer als Männer. Denn mit zunehmenden Jahren wird ihnen alles abgesprochen: Ihre erotische Ausstrahlung, die Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit, die Chancen in der Arbeitswelt. Wo sich bereits 20-Jährige vor Falten fürchten und der 30. Geburtstag schmerzhaft erlebt wird, spüren 40- und 50-Jährige erst recht den kränkenden Blick und die gesellschaftliche Abwertung. Es ist ein tückisches Spiel, das mit Frauen betrieben wird. Wie unsere Jahre zählen, hängt davon ab, wer wir sind Mann oder Frau. Warum sollten sich Frauen das länger gefallen lassen? Widerstand ist gefragt!
Endlich wird in Theaterstücken, Büchern und Medien auf die Probleme aufmerksam gemacht, mit denen sich alternde Frauen in unserer Gesellschaft alltäglich herumschlagen müssen, freut sich Susanne Mayer. Die ehemalige taz-Chefredakteurin Bascha Mika hat so ein Buch geschrieben, "Mutprobe" heißt es, und trotz ihres Vorsatzes, nicht zu jammern, ist der Blick auf die aktuellen Zustände eher düster, verrät die Rezensentin: hohe Gehälter wandern mit überwältigender Mehrheit auf Männerkonten und gleiche Bezahlung gibt es nur in Nischenbranchen, während Erziehungsarbeit für die Rente noch keine Rolle spielt, alte Frauenkörper müssen bestmöglich verborgen werden, mit der Zeit müssen sie in der Öffentlichkeit unsichtbar werden, zählt Mayer auf. Das ist alles legitime Kritik, meint die Rezensentin, die allerdings anmahnt, der glatten Argumentationslinie nicht die Feinheiten der aktuellen Entwicklungen zu opfern, sonst beraubt man sich vorhandenen Potentials, findet Mayer.
Heide Oestreich kann der früheren taz-Chefredakteurin Basha Mika eine gute Nase attestieren, deren Buch über die "Diskriminierung alternder Frauen" hervorragend in die Zeit alternder Babyboomer und Feministinnen passt. Und es sind wahrscheinlich auch die Erfahrungen dieser Generation, die Mikas Ärger anstacheln: Frauen, die ihr Lebenskonzept und ihre ökonomische Existenz auf ihren Mann ausgerichtet haben, erleben den Verlust ihrer sexuellen Attraktivität als sozialen Tod - oder auch als "Ermordung". Wohltuend findet die Rezensentin, dass Mika nicht mehr - wie noch in ihrem vorigen Buch - Frauen auf ihre persönliche Kämpfe zurückwirft, sondern ihr Thema politisch angeht. Aber so ganz überzeugt ist Oestreich nicht: Lebensvorstellungen, die nicht auf die Anerkennung von Männern zielen, findet sie in diesem Buch kaum.
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