Petra Gerster

Reifeprüfung

Die Frau von 50 Jahren
Cover: Reifeprüfung
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2006
ISBN 9783871345333
Gebunden, 287 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Der 50. Geburtstag ist Zäsur und Herausforderung in einem. Nichts führt einer Frau von 50 drastischer vor Augen, dass ihr etwas Problematischeres widerfahren ist, als die Bemühungen der Gratulanten, die Sache unbedingt ins Positive zu wenden. Ab jetzt wird das Gefühl, noch jung zu sein, von Jahr zu Jahr mehr in Frage gestellt. Petra Gerster, vor kurzem selbst 50 geworden, setzt sich sehr persönlich mit dem Älterwerden auseinander. Von den Lebensentwürfen ihrer Mutter und Großmutter erzählt sie ebenso eindrücklich wie von ihrer eigenen Karriere in einer männerdominierten Welt. Sie geht nicht nur auf die Belastungen ein, die mit dem Weg in die zweite Lebenshälfte verbunden sind, das veränderte Körpergefühl etwa oder die Angst vor abnehmender Attraktivität, sondern auch auf neue Freiheiten: Die Frau von 50 Jahren hat alle Erfahrung, die man im Leben braucht, ist entspannter im Umgang mit Partner und Kindern und hat es nicht mehr nötig, jeder Mode hinterherzulaufen, jedem alles zu beweisen. Beginnt jenseits der 50 nicht eine Erntezeit?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.02.2007

Richtig glücklich geworden ist Julia Voss nicht mit Petra Gersters Buch über das Älterwerden von Frauen. Zwar findet sie die spezifischen Kränkungen, die berufstätige Frauen über 50 erfahren, durchaus einleuchtet beschrieben. Wieso die Autorin jedoch ältere Männer als Gewinnertypen begreift, die reihenweise junge Frauen abschleppen, ist ihr schleierhaft. Da, so mutmaßt die Rezensentin, muss Gerster wohl die Realität mit der Fiktion bzw. mit den Versprechungen der Pillenindustrie verwechselt haben. Ein bisschen mehr Skepsis, findet sie, hätte dem Buch gut getan.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.01.2007

Ausgesprochen interessant und unterhaltsam seien diese "Lebensplaudereien" einer Frau um die Fünfzig, befindet Rezensent Johan Schloemann. Allerdings müsse man zuvor seine Verachtung gegenüber dem, was gerne und eitel als "Gutmenschentum" denunziert werde, beiseite legen. Dann allerdings sei der Gewinn erheblich, auch wenn Petra Gerster alles andere als sichere Ratschläge gebe. Eher eine Art "erläuternder Zuspruch" sei hier zu haben, beispielsweise zu Themen wie Schönheitsoperation oder Hormonersatztherapie. Petra Gerster zufolge fehle für ihre Generation ein geeigneter Initiationsritus, der der historisch neuen Gruppe von selbstständigen Frauen im besten Alter einen Halt geben und die fehlenden sozialen Rollenmuster kompensieren könne. "Klugerweise", so der Rezensent, halte die Autorin bei den Berichten aus ihrem Leben die Balance zwischen "Befindlichkeit" und allgemein relevanten Geschichten. Mit dem schönen Resultat eines Buches, das "jeden" interessieren "kann".
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