Geboren 1929, ist Werner Düggelin in Siebnen (SZ) als Sohn eines Schreinermeisters aufgewachsen. Das Bühnenfieber packte ihn, als er während seines Studiums den Job eines Beleuchters am Schauspielhaus Zürich annahm. Entscheidend wurden seine Lehrjahre in Paris bei Roger Blin, der 1953 mit Becketts "Warten auf Godot" das Theater der Nachkriegsmoderne aus der Taufe hob. - Ein unablässig Reisender von Theater zu Theater, war er ein einziges Mal Direktor eines Hauses, 1968-1975 in Basel. Zu seinem Spätwerk gehören grosse Inszenierungen am Schauspielhaus Zürich, unvergesslich "Endspiel" von 1994, "Der Geizige" von 2005. In ausgedehnten Gesprächen und einem biografischen Essay geht Beatrice von Matt den Spuren von Düggelins Kunst nach.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.10.2006
Rezensent Alfred Schlienger begrüsst dieses Buch als "erste umfassende Würdigung" von Leben und Werk eines der bedeutendsten Theaterregisseure im deutschsprachigen Raum. Insgesamt handelt es sich aus seiner Sicht um ein sehr subtiles und vielseitiges Porträt, das viele Facetten von Werner Düggelins Leben und Werk ausgesprochen dicht und anschaulich zu beleuchten vermag. Teil Eins besteht Schlienger zufolge aus einem ausführlichen Gespräch mit dem Regisseur, in dem biografische Auskünfte sich mit Äußerungen zum beruflichen Werdegang verbinden. Hier lobt der Rezensent die Autorin sehr für ihre offene Interviewführung. Im zweiten Teil würden dann diese subjektiven Informationen in einem Text "systematisiert, objektiviert" und durch Fakten und Daten ergänzt, wobei die Autorin besonders mit präzisen Charakterisierungen und Beobachtungen beim Rezensenten punkten kann. Gelegentlich scheint es aber auch zu Überschneidungen und Redundanzen zu kommen.
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