Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.08.2005
Irene Bazinger begegnet dieser Biografie des Theaterregisseurs Peter Stein mit wachsendem Unwillen. Eigentlich wäre die Autorin Roswitha Schieb durch ihre Begleitung der legendären Faust-Inszenierung, wozu sie 2000 auch das Programmheft herausgegeben hat, in einer guten Ausgangsposition gewesen, um Einblicke in Leben und Werk des "bedeutendsten Regisseurs" der Nachkriegszeit zu geben, meint die Rezensentin. Statt "ein Portrait", wie es im Untertitel heißt, hätte die Autorin ihr Buch aber besser "Eine Idolatrie" nennen sollen, so Bazinger spitz, denn sie vermisst in der Lebensbeschreibung die nötige Distanz. Statt mit kritischem Abstand, schimpft die Rezensentin, nähert sich Schieb in "schwärmerischer Devotheit und geradezu backfischhafter Bewunderung" ihrem Idol und es gelingt ihr an keiner Stelle, zu einer eigenen Beurteilung Steins zu kommen. Bei diesem Loblied auf den Regisseur gewinnt Stein aber auch keine "überzeugende Kontur" und das "intellektuelle Charisma" seiner Person und seiner Inszenierungen bleibt unbeleuchtet, ärgert sich die Rezensentin weiter. Dass das Lektorat zudem einige "im einzelnen verzeihliche", in der Fülle aber "doch mehr als ärgerliche Fehler" schlicht übersehen hat, facht die Wut Bazingers weiter an.
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