In diesem Band werden weniger die großen politischen und militärischen Ereignisse thematisiert als vielmehr die Frage wie der Krieg von den Menschen erlebt wurde. Damit rücken alltags- und erfahrungsgeschichtliche Probleme ins Blickfeld. Durch die Analyse von Selbstzeugnissen, von ikonographischen, musikalischen und statistischen Quellen gelingt es den Autoren, in die "Nähe eines fernen Krieges" zu kommen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.12.2000
Pioniertat und Standardwerk zugleich ist dieser Sammelband in den Augen von Rezensent Michael Jeismann. Er verspreche "Blicke auf den Dreißigjährigen Krieg aus der Nähe" und halte dies Versprechen ein. Kein Zeitraum der frühneuzeitlichen Geschichte sei so "mit Vergangenheitsbedeutung aufgeladen und zugleich doch so wenig unter neuen historiografischen Fragestellungen" erforscht worden. Aus dieser "Sicherheitsverwahrung" sind die ersten Jahrzehnte des 17. Jahrhunderts nach Ansicht des Rezensenten durch das vorliegende Buch nun befreit. Darüber hinaus habe nun auf seinem "Terrain" die "Alltags- und Mikrogeschichte den Begriff der Erfahrung heimisch gemacht". Besonders lobend hervorgehoben werden Beiträge von Wolfgang Behringer über die Revolution des Zeitungs- und Nachrichtenwesens, von Karin Jansson über Soldaten und Vergewaltigung oder Peter Buchel über den Alltag eines Soldaten. Zu den "Glanzstücken" zählt der Rezensent den Aufsatz von Hans Medick über die Zerstörung Magdeburgs, in dem Medick "von Abschnitt zu Abschnitt" die Historisierung dieses Ereignisses und " seine Einbettung in zeitgenössische Erwartungen und politisch-historiografische Erwartungen" verfolge.
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