Esteban Mauerer

Südwestdeutscher Reichsadel im 17. und 18. Jahrhundert

Geld, Reputation, Karriere: Das Haus Fürstenberg
Cover: Südwestdeutscher Reichsadel im 17. und 18. Jahrhundert
Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, Göttingen 2001
ISBN 9783525360590
Broschiert, 456 Seiten, 63,40 EUR

Klappentext

Das Haus Fürstenberg zählte mit seinen Territorien im 17. Jahrhundert zu den bedeutendsten Adelsgeschlechtern im Südwesten des Alten Reiches. Der Kaiser konnte Karrieren fördern, Stellen und Versorgungsmöglichkeiten zuteilen und die soziale Position der adeligen Familien bestimmen. Sich den Zugang zum Hof zu bewahren, war für den Adel von entscheidender Wichtigkeit. Zentraler Wert in dieser Lebenswelt war die Reputation, die Ehre, die man hatte. Sie konnte zu- oder abnehmen, sie konnte wachsen und Handlungsmöglichkeiten eröffnen, sie konnte aber auch verloren gehen und war dann kaum wieder zu erlangen. Esteban Mauerer untersucht die Lebenswege von sieben Fürstenbergern, die in der Kirche, beim Militär sowie im Reichs- und Hofdienst Karriere machten. Anhand ihrer Karriereverläufe stellt er die große Bedeutung von Reputation dar und erhellt die Zusammenhänge zwischen finanziellen Ressourcen, gesellschaftlichen Chancen, Gewinn und Verlust von Ansehen, Selbstdarstellung und Repräsentation.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.08.2001

Klug, sorgfältig und überaus materialreich nennt Barbara Stollberg-Rilinger diese Studie über soziale Handlungsstrategien des kaisernahen südwestdeutsch-katholischen Reichsadels um 1700. Bei den nachgezeichneten Amtskarrieren in Kirche, Militär, Politik und Justiz zeigt sich der Rezensentin eines überdeutlich: "Immer stellte sich das gleiche Dilemma zwischen hausväterlicher Sparsamkeit und standesgemäßem Aufwand." Dabei wird ihr zugleich klar, "welch hohen handlungsleitenden Stellenwert die demonstrative Symbolisierung des adeligen Status in der Vormoderne hatte." Gern mehr erfahren hätte die Rezensentin über die wichtige Rolle der Verwandtschaft im Kampf um Ruhm und Ehr. Die Beschränkung der Untersuchung auf gerade mal eine Generation des Hauses Fürstenberg aber lässt diese weitreichendere Sicht kaum zu.
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