Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. Der junge Robert weiß schon früh, dass er wie alle Männer seiner Familie Bergarbeiter sein wird. Dabei ist ihm Enge ein Graus. Er liebt Natur und Bewegung, sehnt sich nach der Weite des Meeres. Daher beschließt er kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, sich zum Ort seiner Sehnsucht, der offenen See, aufzumachen. Fast am Ziel angekommen, lernt er eine ältere Frau kennen, die ihn auf eine Tasse Tee in ihr leicht heruntergekommenes Cottage einlädt. Eine Frau wie Dulcie hat er noch nie getroffen: unverheiratet, allein lebend, unkonventionell, mit sehr klaren und für ihn unerhörten Ansichten zu Ehe, Familie und Religion. Aus dem Nachmittag wird ein längerer Aufenthalt, und Robert lernt eine ihm vollkommen unbekannte Welt kennen. In den Gesprächen mit Dulcie wandelt sich sein von den Eltern geprägter Blick auf das Leben. Als Dank für ihre Großzügigkeit bietet er ihr seine Hilfe rund um das Cottage an. Doch als er eine wild wuchernde Hecke stutzen will, um den Blick auf das Meer freizulegen, verbietet sie das barsch. Ebenso ablehnend reagiert sie auf ein Manuskript mit Gedichten, das Robert findet.
Rezensent Christoph Schröder denkt sich die "lyrischen Überambitionen" in der Coming-of-Age-Geschichte von Benjamin Myers einfach weg, das mitunter Schwülstige, die unfreiwillig komischen Bilder vom Meer, das brüllt wie ein Fußballstadion usw., und siehe da, übrig bleibt eine atmosphärisch dichte Erzählung von der "Künstlerwerdung" eines jungen Mannes aus der Bergbauregion Durham, England. Wie letzterer eine rätselhafte Frau in einem Haus über dem Meer kennenlernt und ihrem Geheimnis auf die Schliche kommt, flankiert der Autor laut Schröder nämlich mit intensiven, genauen Naturbeschreibungen und der gekonnt eingefangenen Atmosphäre eines Sommers der Umbrüche.
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