Aus dem Englischen von Angela Praesent. Ein prachtvolles Bett in der Pariser Rue St. Sulpice ist der einzige Besitz der jungen Elisa Lynch. In diesem Bett macht das irische Mädchen an einem Märzabend des Jahres 1854 die Bekanntschaft von Francisco Solano Lopez, einem Mann mit großer Leidenschaft, schlechtem Atem und Bündeln von Geld in den Stiefeln. Lopez ist ältester Sohn des Präsidenten von Paraguay und Erbe der unerhörten Reichtümer seines Landes. "Elisas Gelüste" erzählt die raffinierte Geschichte vom Aufstieg einer irischen Mätresse zur First Lady Paraguays und zur reichsten Frau der Welt - in einem so sinnlichen und reichen Ton, dass man dem Unheil entgegenfiebert, das in der Fremde auf die junge Frau wartet: Intrigen, Morde, Krieg. Doch die schöne, unbeirrbare Elisa Lynch nimmt die Herausforderungen ihres neuen Standes selbstbewusst an. Basierend auf der wahren Geschichte der als Nationalheldin verehrten Elisa Lynch webt Anne Enright eine kunstvolle Parabel über Ausschweifungen, Missgunst und den Untergang eines ganzen Landes.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.06.2004
Das Buch führt den Leser auf die falsche Fährte, gesteht Hardy Reich, der sich zunächst in einem eher seichten Unterhaltungsroman wähnte. Dass es anders kommt, liegt an der komplexen Erzählstruktur, analysiert Reich, an wechselnden Erzählperspektiven, einer nicht auf Identifikation angelegten Erzählweise, einer originellen Sprache, die mit überraschenden und scharfzüngigen Formulierungen aufwartet, die "einer Dorothy Parker würdig wären". "Elisas Gelüste" ist eine authentische Geschichte und erzählt von einer Irin namens Elisa Lynch, die als Geliebte des paraguayanischen Diktators Solano Lopez Karriere als inoffizielle First Lady seines Landes machte. Lynch wurde öfter mit Evita Peron verglichen, meint Reich, und in der Tat sieht er Parallelen in den Lebensgeschichten der beiden Frauen, auch wenn Lopez eindeutig der schlimmere Diktator gewesen sei. Bei historischen Stoffen stellt sich immer irgendwann die Frage, sinniert der Rezensent, ob der historische Stoff oder der Roman Vorrang habe. Enright hätte sich eindeutig für den Roman entschieden, ihr käme es darauf an, nicht Geschichte zu schreiben, sondern eine Geschichte zu erzählen. Und das macht sie seiner Ansicht nach sehr gut. Auch die Übersetzung von Angela Praesent fängt seiner Meinung nach den Esprit des Romans gut ein.
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