Aus dem Isländischen von Eleonore Gudmundsson. An der einsamen Küste Islands, in einem kleinen Dorf in den Westfjorden, in dem die Zeit stillzustehen scheint, lebt Halldór, genannt Dóri, als Fischer. Täglich fährt er auf einem kleinen Kutter hinaus und zieht Kabeljau, Seehasen oder Hering aus
dem Meer. In seinem Tagebuch schreibt Dóri über das Wetter und die Natur, die sein Leben bestimmen, über philosophische Fragen, die ihn beschäftigen, und über seine Suche nach der Liebe. Der alte, weise Jónmundur, der
selbst nach einem Schlaganfall ans Bett gefesselt ist, ist es, der dem jungen Mann die Schönheit der Welt offenbart. Als Dóri vor einer großen Entscheidung steht, ermutigt ihn Jónmundur, um die Frau seines Lebens zu kämpfen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.10.2018
Rezensent Matthias Hannemann entdeckt reichlich Soul in diesem Roman von Bergsveinn Birgisson. Genau das Richtige für den Herbst, meint er. Die im Tagebuchstil verfasste Geschichte um ein paar knorrige Küstenfischer auf Island hat zwar auch amüsante Stellen, doch die liegen laut Hannemann unter einer seehundspeckdicken Schicht Melancholie und verkappter Sehnsucht. Dass die Handlung unter den wortkargen Recken sich oft auf ein Schulterzucken beschränkt, kann der Rezensent verknusen. Die Gestalten erscheinen ihm unvergesslich und die Sprache poetisch. Und dann gibt es ja auch noch den Fisch und das Wetter - unerschöpfliche Themen, meint Hannemann.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.07.2018
Kristina Maidt-Zinke freut sich über das Unerklärliche und Fantastische in Bergsveinn Birgissons Roman. Wie der isländische Autor über die Arbeit einer Handvoll Fischer im isländischen Norden vor der Finanzkrise erzählt, über das Handwerk, die Landschaft, das Wetter, die Fangquoten und das Leben ohne Internet, erscheint ihr als oral history vom Feinsten. Hinreißende Bilder enthält der Roman, schreibt sie. Was der Text über den Niedergang isländischer Kultur und der Menschheit berichtet, hält die Rezensentin gar für prophetisch.
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