Robert Havemann zählt zweifelsohne zu den bedeutendsten DDR-Dissidenten. Als Kommunist war er vom (nationalsozialistischen) Volksgerichtshof 1943 zum Tode verurteilt worden, als Kommunist beteiligte er sich führend am Aufbau der DDR. Angetrieben wurde Havemann dabei vom Ideal der Überwindung sozialer und politischer Knechtschaft, das ihn schließlich zum Gegner seiner ehemaligen Genossen werden ließ. Seine schonungslose Kritik am SED-Regime ging nicht zuletzt auf seine im Widerstand gegen das NS-Regime gewachsene Haltung zurück. Der Band vereint Studien zu entscheidenden Wendepunkten der Biografie Havemanns und Untersuchungen zu seiner Bedeutung in historischen Umbrüchen. Mit Beiträgen von Hans-Georg Bartel, Christian Booß, Reinhard Buthmann, Christian Halbrock, Jean-Pierre Hammer, Guntolf Herzberg, Ilko-Sascha Kowalczuk, Hubert Laitko, Bernd Markowsky, Arno Polzin, Christian Sachse, Andreas Schmidt, Angela Schmole, Wolfgang Templin und Manfred Wilke.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.10.2016
Rezensent Eckhard Jesse wartet noch immer auf eine wissenschaftliche Biografie über Robert Havemann. Der von Bernd Florath herausgegebene Sammelband mit Skizzen, Erinnerungen, Studien und Autobiografischem zu Havemanns Leben und Wirken vermag für Jesse nichts Vergleichbares zu leisten, weil die durchaus informativen, teils neue Informationen bietenden Beiträge, etwa zu Havemanns geheimdienstlicher Arbeit oder seinem oppositionellem Engagement in der DDR, sich für ihn nicht zu einem ganzen Bild zusammenfügen. Was die Faszination des bekanntesten Kritikers der DDR ausmacht, kann Jesse aus den unterschiedlichen, hier präsentierten Bruchstücken nur erahnen.
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