Seit dem Ende der DDR kann die Zeitgeschichtsforschung durch die Auswertung der nunmehr frei zugänglichen Quellen ein umfassendes Bild des Herrschaftsapparates und der Herrschaftspraxis des SED-Regimes zeichnen. Das Ergebnis überrascht nicht - und ist dennoch zum Teil Atem beraubend, vor allem dann, wenn die Schicksale der politisch Verfolgten, der Dissidenten und Abweichler, der Andersdenkenden und Regimekritiker, aber auch der vielen normalen Bürger aufgezeigt werden - jenen, die sich dem vormundschaftlichen Staat nicht beugen wollten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.05.2002
Der mit F.P. zeichnende Rezensent sieht in dem Buch die sentimentale Erinnerung an DDR-Zeiten und den Sozialismus, der - wie F.P sich wundert -, seltsamerweise noch immer einen guten Ruf genießt, zurecht gerückt. Aus den im Band versammelten Autoren hebt F.P. vor allem Peter Skyba hervor, der sich mit den enttäuschten Hoffnungen der SED-Sozialpolitik beschäftigt. Seine Studie zeige, dass die "sozialpolitischen Maßnahmen" nicht nur die erwünschten Ergebnisse erzielten, sondern auch unerwünschte Nebenwirkungen verursachten, da die wirtschaftliche Kraft der DDR nicht ausreichte, um die Maßnahmen zu tragen. Dadurch wurde der Sozialismus immer mehr zur Inszenierung. Skybas These: Weniger die Unzufriedenheit der Bevölkerung angesichts der materiellen Verhältnisse sei entscheidend für den Zusammenbruch der Parteidiktatur gewesen, als die "innere Erosion angesichts der offenkundigen Reformunwilligkeit und Reformunfähigkeit der SED-Spitze". "Bemerkenswert", findet F.P.
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