Aus dem Amerikanischen von Hainer Kober. Der Tod ist das unlösbare Rätsel des Lebens. Um ihm auf die Spur zu kommen, wirft der Biologe Bernd Heinrich einen Blick auf die Art und Weise, wie die Tiere, die er viele Jahrzehnte beobachtet hat, mit dem Tod umgehen. Kleine Käfer, majestätische Adler, Raben oder Wölfe - sie alle haben ein Leben nach dem Tod, das uns ständig umgibt, aber im Verborgenen stattfindet. Der Tod verknüpft die Leben miteinander wie Glieder einer unendlichen Kette: Was stirbt, aufersteht zu neuem Leben, indem es zu Humus oder zum Fraß für andere wird. Heinrich sieht genau hin und zeigt, wie sich die Metamorphosen im Detail vollziehen, welche Rolle Bakterien und Pilze spielen und wie weitreichend der globale Stoffwechsel ist. Er entdeckt eine bunte Welt des Werdens und Vergehens, die uns nicht nur Trost spenden kann, sondern auch ökologische Lehren ziehen lässt.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 03.01.2020
Ein sterbender Freund des deutsch-amerikanischen Zoologen und Verhaltensforschers Bernd Heinrich bat ihn, auf seinem Grundstück bestattet zu werden: Er wollte von Raben gefressen werden, klärt Rezensent Frank Kaspar auf. Heinrich nahm den Wunsch zum Anlass, persönlich, wissenschaftlich und angenehm unsentimental über die Natürlichkeit des Todes nachzudenken, fährt der Kritiker fort, der hier Geier und Kojoten beobachtet, die den Kadaver einer Hirschkuh zerlegen oder lernt, dass Käfer der Gattung "Totengräber" tote Tiere als "Proviant" für ihre Brut vergraben. Neben einem Plädoyer für die Jagd folgt der Rezensent dem Autor auch in der Forderung nach einer "neuen Schöpfungsgeschichte", die den Menschen wieder mit der Natur verbinde.
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