Bernd-Rainer Barth, Werner Schweizer

Der Fall Noel Field

Zwei Bände: Gefängnisjahre 1949-1954; Asyl In Ungarn 1954-1957
Cover: Der Fall Noel Field
BasisDruck Verlag, Berlin 2007
ISBN 9783861631378
Gebunden, 1680 Seiten, 74,60 EUR

Klappentext

Mit DVD, 76 Fotos und Faksimiles. Auf die Verbindungen des US-Bürgers Noel Field stützten sich die erfundenen Anklagen in den Schauprozessen, die Stalin seit 1948 in den Volksdemokratien Osteuropas organisieren ließ. Erstmals werden authentische Zeugnisse aus der Untersuchungshaft Fields im Budapester Staatssicherheitsgefängnis veröffentlicht. Es sind umfangreiche politische und autobiographische Aussagen, die den Mann und die Zeit, seine antifaschistische Arbeit während der Kriegszeit und das erbarmungslose Räderwerk des kalten Krieges eindrucksvoll charakterisieren.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.06.2007

Für Rezensent Günter Jeschonnek liegt mit dieser Dokumentensammlung nun das "Standardwerk" zum Fall Noel Field vor. Acht Geheimdienstarchive haben der Zürcher Filmemacher Werner Schweizer und der Berliner Historiker Bernd-Rainer Barth durchforscht, hunderte von Dokumenten ausgewertet und auf insgesamt 1700 Seiten zusammengefasst. Die Geschichte des Ehepaars Field ist für den Rezensenten ein "beispielloses Drama der Nachkriegsgeschichte", wie er erzählt: Während des Zweiten Weltkriegs hatten sich Noel Field als Direktor des Hilfswerks der Unitarischen Kirche zusammen mit seiner Frau Herta Field vor allem für die Fluchthilfe verfolgter Kommunisten eingesetzt - ein Engagement, das ihnen im Amerika des McCarthys nicht sonderlich positiv angerechnet wurde. Die Ungarn wiederum misstrauten Fields guten Kontakten zu Allen Welsh Dulles, dem späteren CIA-Direktor. Sie erklärten ihn zum Spitzenspion und ließen ihn 1949 in Prag entführen. An seiner Person entzündeten sich die erste Reihe der berüchtigten Schauprozesse , die KP-Chef Matyas Rakosi gegen seine Widersacher lancierte. Jahrelang saßen Noel und Herta Field in Isolationshaft, wurden gefoltert, ihre Tochter zur Zwangsarbeit nach Sibirien deportiert. Erschüttert berichtet Jeschonnek weiter, beantragten die Fields nach ihrer Freilassung Asyl in Ungarn, sie glaubten daran, "volksfeindlichen Verbrechern" zum Opfern gefallen zu sein und wollten ihre Treue zur Partei unter Beweis stellen.

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