Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.05.2000
Die Faszination, die dieses Buch auf Sabine Fröhlich offensichtlich ausgeübt hat, zeigt sich in ihrer Rezension eher in der Wiedergabe der Lebensgeschichte Galls, als in einer Auflistung der Stärken und Schwächen der Darstellung. Das ist insofern lohnend, als dass der Judenmord in Transnistrien nicht jedem Leser im Detail bekannt sein dürfte und in Rumänien heute sogar mitunter völlig geleugnet wird. Fröhlich weist darauf hin, dass der Autor angesichts dieses Vergessens oder gar Leugnens seinen Bericht bewusst als "Zeugenaussage" verstanden hat, worin bereits ein bedeutender Gewinn des Buches bestehe. Aufschlussreich findet sie jedoch darüber hinaus die "unermüdliche Selbstbefragung" des Autors, dessen politische Vorstellungen vor allem durch seine Inhaftierung und auch durch die Kontakte im Gefängnis geprägt wurden. Dabei habe er nicht nur Solidarität erlebt, sondern auch die sich bereits herausbildenden "totalitären Strukturen des späteren Machtapparats" kennen gelernt. Beinahe noch beeindruckender findet die Rezensentin das "zweite Sterben" des Autors, dem als späterer Beamte des Außenministeriums die angebliche Kollaboration mit "SS oder einem westlichen Geheimdienst" zum Vorwurf gemacht wurde, worauf er seinen Glauben und seine Hoffnung an eine "gerechtere Welt" endgültig begrub.
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