Weit über ein Jahrhundert hat die Fotografie unser Verständnis von Bildern und der Wahrnehmung unser Bild der Wirklichkeit und ihrer medialen Vermittlung bestimmt. Zugleich ist sie aber auch dasjenige technische Medium, das wie kein zweites Metaphern hervorgerufen hat, die ihren eigentümlich irrlichternden Charakter zu fassen versuchen. Mal erscheint sie als Tod, Waffe oder Erstarrung, dann wieder als Auferstehung, Morgendämmerung oder Göttin. Dieser Band versammelt die Spannbreite metaphorischer Bilder in anschaulichen Artikeln, die von A (wie Äquivalent, Archiv, Auferstehung oder Auge) bis Z (wie Zeichenstift, Zeitreise, Zerstörung oder Zeuge) reichen und Fotografien mit Geschichten, historischen Darstellungen, Anekdoten und auch theoretischen Ansätzen verbinden: ein Bilder- und Lesebuch, das die Geschichte und die Theorie der Fotografie in ihren Metaphern aufblitzen läßt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.08.2006
Mit zwei Bänden von Bernd Stiegler zur Fotografie hat sich Andrea Gnam beschäftigt. Gleichzeitig zu einem Buch über die Geschichte der Fotografie-Theorie ist ein Band mit Bildern "fotografischer Metaphern" erschienen, der in alphabetischer Reihenfolge die diversen Sinnbilder der Fotografie, die auch im Theorie-Band zur Sprache kommen, sowohl erzählerisch als auch bildlich abbildet. Leider, bedauert die Rezensentin, überzeuge die Druckqualität der Fotografien in keiner Weise, weshalb das Anschauen der Bilder nur eingeschränkt erfreulich ist. Auch stellt sie fest, dass einiges, was bereits im Theorie-Band zu lesen war, hier wortgleich abgedruckt ist. Insgesamt rät sie, das Album nicht von vorn bis hinten durchzulesen, sondern nach persönlichem Interesse zu flanieren.
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