Heiliges Geld ist die lange vergriffene Studie, die erstmals und bis heute in ihrem Quellen- und Gedankenreichtum unerreicht der Theorie des religiösen Ursprungs von Geld und dessen außerökonomischer Bedeutung nachgeht. Der Altertumswissenschaftler und Wirtschaftshistoriker Bernhard Laum entwickelt darin zwanzig Jahre nach Georg Simmels Philosophie des Geldes umfassend den Gedanken, dass sich Geld aus einer Art "religiösem Handel" heraus entwickelt habe und dass jedes Nachdenken über das Phänomen Geld nur sinnvoll sei, wenn es seiner Geschichte nachgehe. Er findet die Geburt des Geldes im Opferkult, untersucht prämonetäre Geldformen sowie das Wesen und die Entstehung der Münze. Er weist nach, dass Geld ein "Geschöpf der Rechtsordnung" ist und die Zahlungsmitteleigenschaft des Geldes älter ist als die Tauschmittelfunktion.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.07.2022
Rezensent Ulrich van Loyen findet die Neuauflage von Bernhard Laums Klassiker der Wirtschaftsgeschichte absolut zeitgemäß. Schließlich hat der Autor das Buch unter dem Eindruck der Weltwirtschaftskrise im Jahr 1924 verfasst. Laums Ableitung der Erfindung des Geldes vom antiken Opferritus hat für Loyen einiges für sich. Dass und wie der Mensch des Rinderessens und -opferns schließlich müde war und zur Symbolik griff, aus dem Kult also Kultur wurde, kann der Autor dem Rezensenten überzeugend und konsistent vermitteln, gerade weil sich der Autor bei seiner Untersuchung fast ausschließlich auf die Homerischen Epen bezieht, wie Loyen erklärt. Aber auch die spekulativen Teile des Buches, etwa zu Opferkult und Magie, findet Loyen anregend und gut lesbar.
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