Birk Meinhardt

Der Blaue Kristall

Roman
Cover: Der Blaue Kristall
Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2004
ISBN 9783821857428
Gebunden, 288 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Birk Meinhardt erzählt von einem Mann, der nicht aus seiner Haut kann. Eigentlich könnte Jan Parlor der glücklichste Mensch dieser Welt sein: Er hat sein Interesse für Steine und Mineralien zum Beruf gemacht, genießt die Wertschätzung von Kollegen und Chefs - und er führt eine auch erotisch erfüllte Beziehung zu der wunderschönen Anna, die sein gelegentliches Phlegma und seine regelmäßigen Selbstzweifel weniger wichtig nimmt als Parlor selbst. Doch je sicherer er sich seiner Liebe zu Anna ist, desto unzufriedener ist er mit sich selbst: Warum hat er seinen Freund und Kollegen Sol nicht zur Rede gestellt, als der auf einer Reise nach Las Vegas ein Au-Pair-Mädchen belästigt hat? Warum ärgert er sich über Juri, der seinen Job verloren hat, weil er bei den Umweltsünden seiner Firma nicht mehr tatenlos zuschauen wollte? Und was stört ihn an dem Filmrechtehändler Romberg, der ihn so offen und unvoreingenommen hofiert? Als er bei einem Treffen dessen Frau kennenlernt, trifft Parlor eine folgenschwere Entscheidung: er lässt sie wissen, dass er sie wiedersehen will ....

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 31.12.2004

Gustav Mechlenburg ächzt unter Birk Meinhardts Debütroman: Sein Protagonist fühlt sich allen anderen Männern unterlegen, ruiniert seine Ehe, weil er mit esoterischen Mitteln seine Jugendliebe zu gewinnen sucht und scheitert ständig und auf der ganzen Linie. Der Rezensent hat Mitleid mit dem Helden, aber auch und vor allem mit sich als Leser. Das Buch ist realistisch geschrieben, "der Text stolpert durch Dialoge und Gedankenströme, wie sie sich im Hirn eben so ballen". Oft werden die Erzählperspektiven gewechselt, aber weder Leser noch Held dadurch schlauer, bemängelt Mechlenburg. Beinahe wünscht er sich schließlich ein wenig übernatürlich aufgeladenen Quarzsand, "um sich als Leser vor dieser Mittellosigkeit zu erholen".
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