Aus dem Französischen von Ulrich Pröfrock. In "Mohnblumen aus dem Irak" erzählt Brigitte Findakly von ihrer Kindheit im Irak. Zu Beginn der 1960er Jahre als Tochter einer Französin und eines Irakers geboren, wuchs sie in Mossul auf. Kurze Episoden zeigen ihren kindlichen Blick auf einen Alltag, der von kulturellen Missverständnissen ebenso geprägt war, wie von den zusehends bedrohlicher werdenden Militärdiktaturen und Staatsstreichen. Lewis Trondheim findet für die mal amüsanten, mal politisch brisanten Anekdoten seiner Ehefrau eine ergreifende und universale Bildsprache. "Mohnblumen aus dem Irak" ist von trauriger Aktualität - nicht nur der Migrationserfahrungen wegen, von denen das Buch berichtet, sondern auch angesichts der Erinnerungen an eine Region, die heute stark zerstört ist.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.05.2018
Rezensentin Manuela Kalbermatten empfiehlt zur Ablenkung von Schreckensnachrichten aus dem Irak Brigitte Findaklys und Lewis Trondheims autobiografische Graphic Novel. Die Rückschau des erinnernden Ich im Buch beschenkt die Rezensentin mit Eindrücken aus einer Kindheit im Mosul der sechziger Jahre, Auszügen aus der irakischen Geschichte und einer Jugend in Paris nach der Flucht. Das erlebende Ich ist laut Kalbermatten dagegen ganz in der westlichen Gegenwart zuhause, wie ihr auch Trondheims Bilder bedeuten. So wird das Interesse junger Leser an Geschichte und Gegenwart gleichermaßen geweckt, meint die Rezensentin.
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