Herausgegeben von Heinrich Theodor Grütter und Stefanie Grebe. Mit 244 Abbildungen. Die Bilder von Brigitte Kraemer erzählen Geschichten von Menschen aus dem Ruhrgebiet. Die Herner Fotografin porträtiert sie beim Campen und im Schrebergarten, bei der Freizeitgestaltung am Kanal, beim Einkaufen, im Eiscafé, auf der Kirmes und an der Trinkhalle. Aber Brigitte Kraemer geht auch an Orte der Gesellschaft, die vielen nicht ohne weiteres offenstehen. Sie fotografiert im Frauenhäusern und -gefängnissen, sie porträtiert Kriegsopfer und Geflüchtete, zeigt religiöse Riten und dokumentiert den Alltag und die Feste der Arbeitsmigrantinnen und -migranten. Der Katalog zur Ausstellung im Ruhr Museum auf Zollverein präsentiert mit 244 Abbildungen ein einzigartiges Kaleidoskop des Lebens im Ruhrgebiet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.01.2026
Rezensent Andreas Rossmann blättert mit viel Neugier durch diesen reichhaltigen Fotoband, der einen Querschnitt der Arbeiten der Fotografin Brigitte Kraemer präsentiert. Kraemer widmet sich in ihrer Arbeit ihrer Heimat, dem Ruhrgebiet. Dabei stellt sie die porträtierten Menschen sie jenseits von Currywurst-Klischees dar, freut sich der Kritiker. Der von Heinrich T. Grütter und Stefanie Grebe herausgegebene Band setzt mit Fotos von Glaubensgemeinschaften und migrantischem Leben ein, die die selbstverständliche Vielfalt der heutigen Ruhrpottgesellschaft darstellen. Weiterhin betrachtet Rossmann Bilder über den Ruhrpott-Alltag, Langzeitstudien zum Beispiel in Frauenhäusern, lustige Bilder über Männer und Autos - und stellt fest, dass, wenn Arbeit auch nicht komplett abwesend ist in den Bildern, klassische Maloche keine große Rolle mehr spielt. Nicht oft kommt der Kritiker dem Pott so nahe, wie in dieser "visuellen Soziologie".
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