Die filigranen Meisterwerke der Baukunst wie der Kölner Dom oder das Freiburger Münster zeigen die stilistischen Merkmale dieser Epoche besonders deutlich. Auch das graphische Werk von Martin Schongauer und die majestätisch wirkenden Stifterfiguren Uta und Ekkehard vom Naumburger Meister sind für das Epochenverständnis von immenser Bedeutung. Keine andere Epoche spiegelt das Streben nach Transzendenz und Spiritualität so wie die Gotik. Der dritte Band umfasst den Zeitraum von ca. 1230/50 bis 1420/30, auf dem Gebiet der Architektur greift er sogar bis ins spätere 15. Jahrhundert aus. Geographisch liegt der Schwerpunkt auf dem heutigen deutschen Sprachgebiet, doch wird auch die Kunst in den Randgebieten des damaligen Römischen Reiches Deutscher Nation behandelt, so dass Kunstwerke aus den Niederlanden, Frankreich, Tschechien und Polen gleichfalls vorgestellt werden.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.05.2008
Christian Freigang nimmt mit Begeisterung zwei Bände der auf acht Bände angelegten Reihe zur Bildenden Kunst in Deutschland zur Kenntnis. Beide Bände empfehlen sich als den Forschungsstand wiedergebende Überblickswerke, lobt der Rezensent. Der von Bruno Klein herausgegebene Band zur Gotik untersucht die Kunstepoche innerhalb der Grenzen des heutigen Deutschlands, wobei er, wenn es nötig ist, auch einen Blick in Nachbarregionen wirft, stellt Freigang einverstanden fest. So stellt sich die Gotik in Deutschland dem Leser des Bandes als "permanente Medienrevolution" dar, die in der Erfindung des Buchdrucks ihren Höhepunkt fand, erklärt Freigang gefesselt. Ihm gefällt zudem, dass dieser Band Raum findet, neben großen Überblicksdarstellungen auch Einzelwerke und einzelne Künstler zu behandeln und sich dabei nicht nur auf die Hochkunst zu beschränken, sondern auch das mitunter in der Kunstgeschichte stiefmütterlich behandelte Kunsthandwerk angemessen zu berücksichtigen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.08.2007
Peter Kurmann ist insgesamt sehr angetan von diesem von Bruno Klein herausgegebenen Band zur Gotik in Deutschland. Ihm fällt besonders positiv auf, dass der Band dem Paradigmenwechsel in der Kunstgeschichte Rechnung trägt und sich die Beiträger verstärkt der "Funktion" von Kunstwerken und weniger einer schlichten Einteilung in Gattungen verpflichtet sehen. Dem Herausgeber gelinge in seiner Einleitung nicht nur ein beeindruckendes Panorama der verschiedensten Themen und Aspekte der Gotik, sondern führe auch die wechselvolle "Rezeptionsgeschichte" der Kunstwerke zwischen 1220 und 1350 vor Augen, lobt der Rezensent. Kurmann preist insbesondere den Beitrag von J. Kuthan über Prag, der klarstelle, dass man von einer deutschen Gotik gar nicht sprechen könne, weil man es ja mit Werken innerhalb des "Heiligen Römischen Reichs" zu tun habe, und freut sich zudem, dass die Texte zur gotischen Kunst aus Böhmen oder deutschsprachigen Gebieten, die heute hauptsächlich zu Polen gehören, von tschechischen und polnischen Kunsthistorikern verfasst sind. Während er die 150 Farbabbildungen für ihre herausragende Qualität lobt, findet er die schwarzweißen Abbildungen im Katalogteil eher zu klein. Stören tut ihn an dieser ansonsten, wie er preist, überzeugenden Publikation die allzu penetrante Verwendung des modischen Terminus "Medium", der nirgends näher erklärt wird.
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