Bruno Monsaingeon

Ich denke in Tönen

Gespräche mit Nadia Boulanger
Cover: Ich denke in Tönen
Berenberg Verlag, Berlin 2023
ISBN 9783949203503
Gebunden, 168 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen und mit einem Vorwort von Joachim Kalka. Mit Abbildungen. Der Lehrer, Freund und Inspirator zahlloser berühmter Komponisten, Pianisten, Musiker und Intellektueller im 20. Jahrhundert war eine Frau: Nadia Boulanger, Chefdirigentin des Boston Philharmonic Orchestra (zu einer Zeit, als so was in der Alten Welt noch ausschließlich männliche Domäne war), hat das musikalische Geschehen ihrer Zeit bestimmt wie niemand sonst. Selbst eine bedeutende Komponistin, verstand sie sich als Lehrerin. Die Liste ihrer Schüler ist lang und prominent: Leonard Bernstein blieb ihr sein Leben lang ergeben, Strawinsky war ihr bester Freund, mit Maurice Ravel machte sie Hausaufgaben, Dinu Lipatti verehrte sie, und viele später berühmt gewordene junge Künstler hatten ihr alles zu verdanken. Und nicht nur Musiker lagen ihr zu Füßen. Der große Paul Valéry sagte über seine Freundin: "Sie atmet, was wir hören."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.04.2023

Rezensent Andreas Meyer schätzt, dass Bruno Monsaingeons Interview-Band mit Nadia Boulanger, wenn auch mit 40 Jahren Verspätung, nun auf Deutsch erschienen ist. Denn Boulanger war als Musiklehrerin, Dirigentin, Pianistin und Organistin nicht nur ein Multitalent und eine Grande Dame der Musikszene des 20. Jahrhunderts, bei der etwa Aron Copland, Roy Harris, Elliott Carter oder Leonard Bernstein in Lehre gingen, sondern konnte auch unterhaltsam aus ihrem Leben erzählen, wie die Interviews dem Kritiker zeigen. Neben spannenden Anekdoten etwa zu Boulangers Freundschaft zur Princesse de Polignac liest er auch gerne davon, wie Haltung der Pädagogin zur Musik - "Strenge" und "Treue zur Vergangenheit", zitiert Meyer - sich auch auf ihre Familiengeschichte beziehen lässt: Die Trauer um ihre verstorbenen Eltern, die Vergötterung der ebenfalls verstorbenen Schwester, die so viel besser im Komponieren gewesen sei. Darüber hätte der Kritiker gerne noch mehr erfahren, wie auch über Tatsache, dass Boulanger in den 30er Jahren die erste Frau war, die das New York Symphony Orchestra dirigierte. Trotz solch offener Fragen ein "kurzweiliges" und "vorzüglich übersetztes" Buch für den Kritiker.

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