Ein junger Journalist macht Karriere bei einer Wochenzeitung und gerät in den Sog des schillernden, diabolischen Chefredakteurs - mit lebensbedrohlichen Folgen. Anfangs versucht M. den nationalkonservativen Furor seines Chefs mit Humor zu nehmen, zumal der smarte Blattmacher dabei brillant und originell vorgeht. Zunehmend irritiert stellt M. fest, dass er in seiner neuen Position kaum etwas entscheiden darf und auch noch den Sündenbock für seinen Chef und dessen Umstrukturierungspläne spielen soll. Irritiert ist allerdings nicht nur M., sondern auch eine Gruppe radikaler Muslime, die die Hetze gegen Ausländer satt hat. Jemand soll dafür bezahlen. Ein Thriller über die Manipulation und Stimmungsmache in Medien und Gesellschaft.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.02.2016
Rezensent Rainer Stadler gibt zu, dass Bruno Ziauddins unter anderem aus eigenen Erinnerungen gebaute Mediensatire nicht eben von der Unvorhersehbarkeit des Geschehens lebt. Das Drama um eine Zürcher Wochenzeitung, allerhand politische Scharmützel, einen skrupellosen Chefredakteur, Geldsäcke, Islamismus und Hasskommentatoren im Internet bietet laut Stadler zwar jede Menge Zeitgeist, aber leider auch keine echte gedankliche Durchdringung der angerissenen Themen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.02.2016
Rezensent Jürg Altwegg ist ganz froh, dass der Journalist Bruno Ziauddin in seinem Roman der Versuchung aus dem Weg geht, sich mit diesem Buch unsterblich zu machen und seine an den "Weltwoche"-Mann und ehemaligen Chef Roger Köppel angelegten Protagonisten allzu deutlich zu skandalisieren und mit dem Hinweis auf Fakten mit ihm abzurechnen. Dramaturgisch scheint ihm der Text dennoch konsequent gemacht, der Autor erscheint Altwegg als findiger Reporter, der den neokonservativen Wandel in der Schweiz nach 9/11 exemplarisch vorzuführen weiß.
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