Aus dem Englischen von Ango Laina und Angelika Müller. James Gianelli fristet ein beschauliches Dasein als College-Dozent für Fotografie. Als ihn seine langjährige Freundin Karen verlassen will, bekommt der psychisch labile James einen psychotischen Anfall. Als er wieder zu sich kommt, liegt Karen mit Würgemalen am Hals tot neben ihm. Überzeugt davon, sie getötet zu haben, entsorgt er ihre Leiche an einem entlegenen Pier und scheint damit sogar durchzukommen. Doch James ist nicht der Typ, der lange allein sein kann. Als die hübsche Dominique auftaucht, fangen die Probleme erst richtig an, denn sie ist nicht nur ultra-cool, sondern irgendwie auch ultra-tot ...
Bestens unterhalten fühlt sich Katharina Granzin von Buddy Giovinazzos Krimi "Piss in den Wind" Die Geschichte um einen psychisch gestörten Fotografen, der wahrscheinlich ein ziemlich durchgeknallter Mörder ist, liest sich für sie bisweilen etwas beklemmend, meistens aber höchst amüsant. Wer ein von Betroffenheitskitsch trieftendes Psychodrama erwartet, wird hier wohl enttäuscht. Für Granzin aber hat das Buch nicht nur den "besten Titel des Jahres", es bietet auch eine irre Geschichte, die mit großer Lässigkeit, schwarzen Humor und viel Komik erzählt wird. Ihr Fazit: ein "echter Pageturner".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.02.2012
Burkhard Müller stellt zwei Bücher des in Berlin lebenden amerikanischen Krimiautors Buddy Giovinazzo vor, die er zwar mit Interesse begonnen, aber letztlich doch enttäuscht zur Seite gelegt hat. Dem Roman mit dem drastischen deutschen Titel "Piss in den Wind" attestiert er zwar einen spannenden Plot: ein - denkbar unsympathischer - Fotograf glaubt, seine Freundin getötet zu haben, entsorgt ihre Leiche und findet gleich noch eine. Sehr übel nimmt Müller dem Autor aber das Happy End, für das er den kostbaren "literarischen Wahnsinn" einfach zu billig verkauft.
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