Aus dem Italienischen von Karin Fleischanderl. In Bologna treibt ein Serienkiller sein Unwesen. Er tötet Kriminelle, kleine Fische, die am Rande der organisierten Kriminalität agieren: illegale Mieten, Abfallhandel, Bauspekulation. Er fällt sie an wie ein Kampfhund, tötet sie auf bestialische Weise. Gleichzeitig geht ein Blog online, in dem ein anonymer User die gesellschaftlich tolerierten Formen der Kriminalität anprangert. Kommissarin Grazia Negro macht sich an die Arbeit, mit unorthodoxen Methoden und weiblicher Intuition. Zäh und unbeirrbar forscht sie nach den Gründen für die mörderische Wut des Kampfhundes. Und sie findet ihn auch allerdings an einem ganz anderen Ort als vermutet.
Auch wenn sie nicht alles mitbekommen hat beim Lesen von Carlo Lucarellis neuem Bologna-Krimi - noch einmal lesen möchte Barbara Möller das Buch dann doch nicht. Zu blass ist ihr das Personal, zu sehr einfache Psychokiste die Story um einen kannibalistisch veranlagten Mörder und viel zu verwirrend Lucarellis Collage aus Gedichten, Songs, Abschweifungen und jeder Menge Erzählknoten und -schleifen. Dass es dem Autor bei aller Mühe, Bologna als Hort des Bösen und Schlechten zu zeichnen, nicht gelingen will, der Rezensentin ein Gefühl für das Leben in dieser Stadt zu vermitteln, kommt erschwerend hinzu.
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