Katalonien mit seinen traumhaften Stränden und großartigen Weinen lockt alljährlich viele Tausende an. Darüber hinaus verfügt Katalonien über einen reichen Schatz kultureller Zeugnisse von der Antike über die romanischen Klöster bis hin zu den Bauten Gaudis und dem neu erbauten Dali-Museum. Auch ein Blick in die große Vergangenheit des Landes lohnt sich. Katalonien mit seinen weitläufigen Besitzungen in Südfrankreich, Italien und der Ägäis beherrschte über viele Jahrhunderte den westlichen Mittelmeerraum und behauptete sich mit viel Selbstbewusstsein gegen einen von Madrid aus diktierten Zentralismus. Der vorliegende Band zeigt die wechselvolle Geschichte Kataloniens von der gewaltsamen Vertreibung der Mauren über Großmachtbestrebungen, den industriellen Aufschwung im 19. Jahrhundert bis ins 21. Jahrhundert, in dem sich Katalonien als autonome Region in Europa mit großer Anziehungskraft erweist.
Formal hat Rezensent Norbert Rehrmann von dieser Kataloniengeschichte den besten Eindruck. Denn eine Zeittafel sowie nützliche, teilweise farblich abgesetzt sogar im Text platzierte Begriffserklärungen machen das Buch aus seiner Sicht zu einer äußerst kompakten und grundsoliden Informationsquelle. Doch fällt der Blick hinter die Kulissen des nationalen Diskurses Katalaniens für den Geschmack des Rezensenten "reichlich kurz" aus. Ein wenig kritische Distanz zum nationalen Selbstverständnis der Katalonen und wäre hier seiner Ansicht nach sehr sachdienlich gewesen. Dies bleibt aber wohl die einzige Schwäche des ansonsten als grundsolide ausgezeichneten Buchs.
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