Aus dem Englischen von Sonja Schumacher und Rita Seuß. Carol Groneman schreibt die Geschichte der Nymphomanie als Geschichte der weiblichen Sexualität im Spiegel der jeweiligen Zeit und Gesellschaft. Dass die Nymphomanie im 19. Jahrhundert als Krankheitsbild wahrgenommen wurde, das in der medizinischen Literatur breiten Raum einnahm, sagt wesentlich mehr über die Gesellschaft des 19. Jahrhunderts aus als über die sogenannte "Krankheit". Denn in einer Zeit, in der Frauen sexuell passiv zu sein hatten, enthüllte die unkontrollierte und unersättliche sexuelle Gier der Nymphomanin alle Widersprüchlichkeiten dieses Geschlechterkonzepts. Die Autorin definiert Nymphomanie als Metapher für die Fantasien und Ängste, Befürchtungen und Gefahren, die sich im Laufe der Jahrhunderte im Zusammenhang mit der weiblichen Sexualität entwickelt haben. Sie beleuchtet das Phänomen anhand von medizinischen Fallschilderungen, Gerichtsprotokollen, psychologischen Tests und populären Quellen.
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