Carolin Amlinger

Schreiben

Eine Soziologie literarischer Arbeit
Cover: Schreiben
Suhrkamp Verlag, Berlin 2021
ISBN 9783518299630
Taschenbuch, 800 Seiten, 32,00 EUR

Klappentext

Das Ende der Buchkultur ist nicht zu befürchten - wie Bücher gemacht werden, wandelt sich indessen. Mit dem Augenmerk auf die jüngere Geschichte des Buchmarktes leistet Carolin Amlinger eine umfassende Bestandsaufnahme ästhetischer Ökonomien, die auch einen Blick in die Zukunft des Buchgeschäfts erlaubt. Gleichzeitig verdichtet die Studie die vielfältigen Arbeits- und Lebenswelten von zeitgenössischen Autorinnen und Autoren zu einer fesselnden soziologischen Analyse, die nahezu alle Facetten der Arbeit mit dem geschriebenen Wort beleuchtet. Ein Buch, das uns die Welt des Büchermachens erschließt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 17.12.2021

Rezensent Jörg Plath zeigt sich beeindruckt von der "Fülle der Befunde" und der klugen Methodik, mit der Carolin Amlinger sie gewinnt und der leicht verständlichen Art, mit der diese Befunde präsentiert werden. Amlingers umfangreiche soziologische Studie, so Plath, besteht aus drei Teilen, in denen verschiedene Dimensionen des Schreibens beleuchtet werden. Dabei arbeitet sie präzise und anschaulich das Verhältnis von Gesellschaft und Individuum in Bezug auf die Schreibpraxis heraus, welches sich vor allem im Widerspruch zeigt zwischen der Vorstellung von der Autonomie künstlerischen Schaffens auf der einen und der Warenform des Buches auf der anderen Seite, so Plath. Dass Amlinger andere als kulturelle Einflussfaktoren eher vernachlässigt, kann der Rezensent ihr leicht verzeihen angesichts der 800 Seiten, die Amlinger schon ohnedies zu füllen weiß.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.11.2021

Rezensent Steffen Martus entdeckt erstaunliche Befunde in Carolin Amlingers Dissertation. Etwa, dass das Selbstbild der von der Autorin befragten Schriftsteller noch immer von der durchaus veralteten Idee der Berufung geprägt ist. Dass die Autorin vor dem Verlust der Autonomie der Literatur warnt, kann der Rezensent gut nachvollziehen, nachdem er Amlingers Analysen zum gegenwärtigen Literaturbetrieb gelesen hat, ihre kurze Geschichte des Buchhandels und ihre Erkundung der ökonomischen und ästhetischen Verbindungen, die das Konzept moderner Autorschaft prägen. Dass all das im Buch nicht ohne "Verkürzungen" abgeht, findet Martus verzeihlich. Dafür vermittelt die Autorin einen Eindruck davon, was "literarisches Schreiben" (heute) heißt, so Martus.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.10.2021

Rezensent Niels Werber anerkennt die Wissenschaftlichkeit von Carolin Amlingers soziologischer Studie über das Schreiben und die Schriftsteller. Mit handfester Theorie und Feldforschung rückt die Autorin ihrem Thema laut Werber zu Leibe. Die Erkenntnisse, die dabei für den Leser abfallen - über das Selbstverständnis von Autoren heute, die Arbeit am Text, ihre Sinnhaftigkeit, die Produktionsbedingungen und die Hürden der Professionalisierung des Schriftstellerberufs - findet Werber beachtlich. Qualitative Soziologie, keine "armchair sociology", meint der Kritiker.

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