Evelyne Polt-Heinzl führt durch die Freuden des Lese-Lebens und wählt dabei Schriftstellerinnen und Schriftsteller - in der Regel Vielleser - als kundige Begleiter. Sie wirft zahlreiche praktische Fragen auf: Darf man in Bücher hineinkritzeln? Wie schaut ein idealer Leseort aus? Was sucht das Eselsohr im Buch? - und stellt sich auch den Tücken des Lebens mit Büchern: das Mengenproblem, der Kampf gegen Staub oder die Frage der Ordnung im Bücherchaos, nicht zu reden vom Albtraum des Wohnungswechsels.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.12.2004
Die Wiener Germanistin Evelyne Polt-Heinzl ist mit ihrem Buch übers Ziel hinaus geschossen, fürchtet Rezensent Paul Jandl. Eigentlich sei es nämlich eine wunderbare Idee, ein Buch zu schreiben, das die gesamte Lebensgeschichte eines solchen umfasse sowie die verschiedenen Möglichkeiten der Handhabung, letztlich das "Lebenssurrogat Buch". Zumal es die Autorin verstehe, die verschiedensten Aspekte ausführlich mit einzubeziehen, so dass am Ende eine Art kleine Kulturgeschichte vom Lesen herauskommt, die auch noch "ironisch kommentiert" sei. Leider nur verzettele sich Polt-Heinzl vor lauter "bibliophiler Leidenschaft" in einer Fülle von Zitaten, so dass das Lesevergnügen an ihrem eigenen Buch darunter leide.
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