Buch und CD-Rom mit dem Volltext des Buches sowie weiteren Aufsätzen und Materialien. Die Ausbreitung alternativer Formen kultureller Informationsverarbeitung und Vernetzung wird gegenwärtig dadurch erschwert, dass wir uns noch immer an den Idealen und Konzepten orientieren, die in der Vergangenheit für die Beschreibung und Propagierung der Buch- und Industriekultur entwickelt wurden. Gerade die Erfolge dieser Epoche haben zu Mystifizierung geführt. Im Licht der ökologischen Kommunikationstheorie erscheinen die Ambivalenzen der einzelnen Medien und die Wechselwirkungen zwischen ihnen als Quelle der historischen Dynamik.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.03.2003
Vor zehn Jahren hat Michael Giesecke mit einer großen Studie über den Buchdruck in der Neuzeit ein Standardwerk vorgelegt, an dessen Thesen er in seinem neusten Buch anknüpft, erklärt Rezensentin Caroline Pross. Die Hauptthese Gieseckes laute, dass technologische Wandlungen auch kulturelle Wahrnehmungs-, Denk- und Kommunikationsmuster verändern. In der ersten Hälfte des neuen Buches rekapituliere der Autor noch einmal die Kommunikationsarten und Wissensformen, die das Buchzeitalter auszeichneten: die auditive und taktile Wahrnehmung trat zugunsten der visuellen Wahrnehmung zurück, resümiert Pross. Gerade das ändert sich nun wieder, erläutert sie Gieseckes Gedankengang: bei den elektronischen Medien würden Formen der interaktiven Wissensorganisation aufgewertet, die dialogischen Charakter hätten. Neben dem Sehen spiele außerdem das synchrone Hören wieder eine verstärkte Rolle. Die mentalen Folgen dieses technologischen Umbruchs hält Giesecke für mindestens ebenso schwerwiegend wie die Einführung des Buchdrucks, berichtet Pross. Der Autor rate deshalb, sich an Übergangsobjekte zu halten wie er selbst eines vorgelegt hat: zu dem Buch gibt es eine CD-Rom, die zusätzliches Bildmaterial, Grafiken, Links und Faksimiles alter Handschriften enthält.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.10.2002
Peter Haber ist beeindruckt vom "kultur- und medientheoretischen Rundumschlag", den der Autor in diesem Buch vornimmt. Giesecke entwickele in diesem "gewichtigen Buch" auf 450 Seiten seine These von der Buchkultur, die sowohl eine "Geschichte der Befreiung" wie auch eine "Versklavung der Sinne" darstelle, fasst der Rezensent zusammen. Besonders von den Beispielen, die den historisch orientierten Teil der Studie vervollständigen, lässt sich Haber gern überzeugen. Er lobt sie als "Stärken" des Buches. Auch den Vorschlag Gieseckes für einen Gegenentwurf zur beherrschenden Buchkultur, die er in dem Wort "Ökuloge" - zusammengesetzt aus Ökologie, Kultur und Dialog - vorschlägt, liest der Rezensent mit Interesse. Insbesondere die Betonung des Dialogs als "interaktionsintensive Kommunikation" sei zwar alles andere als "neu, doch durchaus "reizvoll", weil sie sich mit den veränderten medialen Möglichkeiten der Gesellschaft auseinandersetze, so Haber zustimmend. Schade findet er allerdings, dass Giesecke für seine Vorschläge keine Beispiele mehr anbringt und das mindert für ihn die Überzeugungskraft der Ausführungen wie zum Beispiel die Behauptung, Gruppengespräche seien wirkungsvoller als Gespräche zu zweit. Als richtig "gravierend" aber moniert er die "mangelnde Berücksichtigung" der neuen Medien, hier zeigt sich für ihn ein Mangel der Studie. Außerdem wundert ihn eins: Warum sollte ein Buch gegen die Vorherrschaft des Buches ausgerechnet in Form eines Buches überzeugen?
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