"Nichts kommt von selbst. Und nur wenig ist von Dauer." Das sagte Willy Brandt 1992 in Bezug auf politische Gewissheiten, in einer Zeit, in der für viele der Sieg der Demokratie als ausgemacht galt. Carsten Brosda skizziert die zentrale Rolle von Kunst und Kultur, wenn es darum geht, Freiheiten zu sichern und als Gesellschaft ins Gespräch zu kommen. Kunst irritiert und inspiriert. Sie ist Motor unserer Demokratie und Grundlage von Kreativität und Innovation. Sie stiftet Sinn und begründet gesellschaftlichen Zusammenhang - auch wenn sie ihn in Frage stellt und gerade weil sie sich jeder konkreten Erwartung widersetzt. In diesem Paradox liegt eine Kraft, die wir unbedingt schützen müssen. Wir sind aktuell vielleicht mehr denn je seit Gründung der Bundesrepublik gefordert, die Freiheit der Kunst grundsätzlich zu sichern.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 03.02.2020
Paul Stänner müht sich redlich mit dem Buch des Hamburger SPD-Mannes Carsten Brosda. Was der Senator für Kultur und Medien in seinem Buch über die Kunst der Demokratie und die Kunst, Demokratie zu gestalten, zu sagen hat, scheint Stänner zwar durchaus interessant, Brosdas Akademiesprech geht ihm mitunter jedoch an die Schmerzgrenze. Die Gefährdung der Demokratie und der Kunst durch rechte wie linke "Affektgemeinschaften" kann ihm Brosda zwar aufzeigen, insgesamt für Stänner aber eine teils "zähe Lektüre" mit "bestreitbaren Thesen".
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