Catherine Krahmer

Julius Meier-Graefe

Ein Leben für die Kunst
Cover: Julius Meier-Graefe
Wallstein Verlag, Göttingen 2021
ISBN 9783835350359
Gebunden, 604 Seiten, 34,90 EUR

Klappentext

Julius Meier-Graefe (1867-1935) entwickelte sich vom Berliner Bohemien zu einem wichtigen Kunstschriftsteller. 1895 gründete er mit Otto Julius Bierbaum in Berlin die Zeitschrift "PAN" und zog kurz darauf nach Paris, wo er sich für ein modernes Kunstgewerbe einsetzte. Die "Entwicklungsgeschichte der modernen Kunst" (1904) war sein Debüt als Kunstschriftsteller. Er war ein umstrittener Akteur im Kunstleben vor und nach dem Ersten Weltkrieg. Das unmittelbare Erlebnis der Kunst war für ihn ausschlaggebend. Darüber hinaus machte er mit Nachdruck auf die prekäre Lage der Kunst aufmerksam. Zu seinen wichtigsten Werken zählte die "Spanische Reise" (1910), ein Reisebuch, in dem die Kunst im Mittelpunkt steht, "Der Tscheinik" (1918), ein Buch über seine russische Gefangenschaft, ein bedeutendes Werk über Dostojewski (1926) sowie "Der Vater" (1932), ein autobiographischer Roman.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.03.2022

Rezensent Claude Keisch liest dieses Buch der Autorin und Kunsthistorikerin Catherine Krahmer als Hymne auf Julius Meier-Graefe. Der 1867 geborene Kunstschriftsteller, der nicht nur eine dreibändige Entwicklungsgeschichte der Modernen Kunst, sondern auch etliche Monografien über Maler wie Van Gogh und Delacroix schrieb, prägte mit seiner Vorliebe für französische Kunst, für die ihm sowohl die deutsche als auch die französischen Bevölkerung Misstrauen entgegenbrachte, unter anderem die europäische Kulturidee, erklärt Keisch. Meyer-Graefe erscheint dem Rezensenten mutig, seine Werke bisweilen voller Widersprüche, doch seine Sprache ermögliche einen differenzierteren Blick auf die behandelten Kunstwerke, lobt Keisch. Krahmers sechshundertseitige, intellektuelle und streng chronologische Biografie über den Kunstautoren weist die Summe ihrer Forschungen auf, freut sich der Rezensent, der allerdings gerne noch mehr über den Menschen Meier-Graefe erfahren hätte. Dennoch fügt sich für ihn schlussendlich das Gesammelte durch die klug gewählten Zitate, die farbenreiche Prosa und die stellenweise eingesetzte Komik zu einem Bild zusammen, schließt er.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.12.2021

Rezensent Peter Geimer gewinnt anhand von Catherine Krahmers Biografie über den Kunsthändler und Kunstschriftsteller Julius Meier-Graefe, kompiliert aus dessen Texten, das Bild eines Kunstkenners und -liebhabers, der in keine Schublade passt. Neben Meier-Graefes eigenen schriftlichen Verlautbarungen in Aufsätzen, Briefen und Tagebüchern bringt die Autorin laut Geimer ihr eigenes reiches Wissen um Meier-Graefes Leben und Werk ins Buch ein. Die einführende Deutung von Meier-Graefes Werk, das für Geimer wesentlich in der Versprachlichung visueller Erfahrung liegt, gelingt Krahmer laut Rezensent überzeugend.

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