Charles C. Mann

Amerika vor Kolumbus

Die Geschichte eines unentdeckten Kontinents
Cover: Amerika vor Kolumbus
Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg 2016
ISBN 9783498045364
Gebunden, 720 Seiten, 29,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Bernd Rullkötter. Charles C. Mann schreibt die Geschichte des vorkolumbischen Amerikas. Er macht deutlich, dass die indianischen Kulturen oftmals weiter entwickelt waren als die europäische. Ihre Boote waren schneller und wendiger als die der Europäer, ihre Städte größer als das damalige Paris. Kolumbus' Ankunft in Amerika veränderte den Kontinent fundamental. Zwei Zivilisationen trafen aufeinander, deren Historie und Kultur unterschiedlicher nicht hätten sein können, und für die Ureinwohner war die Begegnung folgenschwer: Die Masern-, Pocken- und die Grippeviren, welche die Europäer einschleppten, rafften einen Großteil von ihnen dahin, Kriege entmachteten sie. Mann lässt das vorkolumbische Amerika aufleben. Er gewährt uns Einblicke in die Lebensweise der Ureinwohner und zeigt, wie noch heute ihre Mais-, Kürbis- und Kartoffelanbauflächen weite Teile des Kontinents prägen.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 31.12.2016

Dieses Buch verändert den Blick auf die Welt, versichert Rezensent Wolfgang Schneider, der schon das drei Jahre zuvor erschienene Werk "Kolumbus Erbe" fasziniert gelesen hat. Dass der Wissenschaftspublizist Charles C. Mann nie den Zeigefinger hebt, sondern "hitzige Debatten" unterhaltsam verpackt, gefällt dem Kritiker gut. Und so liest er gespannt, wie die von den Erobern eingeschleppten Erreger, etwa für Hepatitis, Masern und vor allem Pocken, die Urbevölkerung geradezu "postapokalyptisch" auslöschten, erfährt alles über den frühgeschichtlichen Ursprung und die ökologischen Techniken der Indianer und lobt insbesondere den dritten Teil dieses Buches, in dem Mann mit Irrtümern, Vorurteilen und Ressentiments gegenüber "Amazonien" aufräumt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.10.2016

Rezensent Harald Eggebrecht freut sich, dass nach "Kolumbus' Erbe" nun auch Charles C. Manns Buch über "Amerika vor Kolumbus" endlich auf Deutsch erschienen ist. Das Buch eröffnet neue Perspektiven auf den Doppelkontinent, lobt der Kritiker, der bewundert, wie einleuchtend Mann mit "bornierten" Wissenschaftsmeinungen und festgefügten Ansichten aufräumt. So erfährt Eggebrecht hier etwa, dass die Urbevölkerung Amerikas zahlenmäßig keineswegs so klein war, wie lange angenommen, sondern immer mehr Berichte von vor Menschen "wimmelnden" Dörfern und Städten auftauchen. Darüber hinaus lernt der Rezensent, dass die Vorstellung von einer unberührten Wildnis, die die europäischen Entdecker angeblich angetroffen haben, mit Blick auf die bereits entwickelten Hochkulturen verschiedener Indianerstämme, die auch das Land kultivierten, längst hätte revidiert werden müssen. Vergnügt liest der Kritiker zudem, wie der Autor die überholten Lehrmeinungen von Wissenschaftskollegen überzeugend zerlegt. Ein reichhaltiges, spannendes Buch, das nicht zuletzt dank des umfassenden Anmerkungsapparats zu neuen Diskussionen einlädt, schließt Eggebrecht.

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