Charles Lewinsky

Der Stotterer

Roman
Cover: Der Stotterer
Diogenes Verlag, Zürich 2019
ISBN 9783257070675
Gebunden, 416 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Weil er Stotterer ist, vertraut er ganz auf die Macht des geschriebenen Worts und setzt es rücksichtslos ein, zur Notwehr ebenso wie für seine Karriere. Ein Betrug - er nennt es eine schriftstellerische Unsorgfältigkeit - bringt ihn ins Gefängnis. Mit Briefen, Bekenntnissen und erfundenen Geschichten versucht er dort diejenigen Leute für sich zu gewinnen, die über sein Los bestimmen: den Gefängnispfarrer, den Drogenboss, den Verleger.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.05.2019

Ein Roman über einen Trickbetrüger ist das, und zwar verfassst von einem "erfahrenen Leserfesselungskünstler", annonciert Martin Ebel, der sich mit diesem Buch merklich gut unterhalten hat. Überdies sei es eine Literatursatire, die auch ein paar Geheimnisse aus dem Literaturbetrieb verrate. Der Roman spielt an dem einzigen Ort, an dem Lesen und Schreibenkönnen noch bewunderte Fähigkeiten sind: im Gefängnis, wo die Insassen bekanntlich an akutem Medienentzug leiden. Angeregt erzählt Ebel nach, wie verspiegelt Lewinsky die Geschichte des Erzählers anlegt, der wegen eines virtuos und - passend für den Roman - in Briefform praktizierten Enkeltricks einsitzt. Manchmal findet Ebel den Roman vielleicht ein bisschen selbstverliebt und allzu virtuos. Aber alles in allem überwiegt der Spaß.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 20.03.2019

Rezensent Roman Bucheli winkt ab bei Charles Lewinskys Roman. Die eigentlich nette Idee, einen Stotterer aus dem Knast erzählen zu lassen, versiebt der Autor laut Bucheli durch ein allzu ungebremst aufgeführtes Mitteilungstheater. Der Rezensent zeigt sich bald genervt von so viel wohlfeilem Gelaber, zumal ihm die Figur nicht wirklich sympathisch ist. Dass der Autor selbst keine Zurückhaltung kennt und Zeitgeistiges ohne Rücksicht auf Sinn und Maß in den Text einbaut, macht die Sache für Bucheli nicht besser.
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