Lukas Hartmann

Finsteres Glück

Roman
Cover: Finsteres Glück
Diogenes Verlag, Zürich 2010
ISBN 9783257067590
Gebunden, 305 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Das Leben des achtjährigen Yves wird in einer einzigen Sekunde brutal entzweigerissen, in ein Vorher und Nachher. Ein Roman über Geborgenheit und Verlust; über die Familienbande, denen wir nicht entkommen, und diejenigen, die wir uns selbst erschaffen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.01.2011

Ein Autor spielt Schicksal und jagt ein Auto gegen die Tunnelwand. Alle, das heißt eine ganze Familie, vier Menschen, sind tot - nur Yves, der Sohn, acht Jahre alt, überlebt. Zu den vielen Dingen, die Samuel Moser an dem Roman gar nicht gefallen, gehört es, dass der Autor insinuiert: So musste es kommen. Die Familie war vorher schon alles andere als glücklich. Yves badet alles weitere nun aus und wird von der Ich-Erzählerin, die zunächst seine psychologische Betreuerin ist, an Kindes Statt angenommen. Gefeiert wird im Angesicht des Isenheimer Altars, der - samt Sonnenfinsternis - von Anfang an seine Rolle spielt. Allzu nahtlos füge Hartmann seine Schicksalskomposition hier zusammen, allzu nah am heiligmäßigen Kitsch ist für Moser das alles gebaut.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.11.2010

Lukas Hartmann ist für Dorothea Dieckmann vor allem ein Bestsellerautor, keine literarische Instanz, wie sie in ihrer Besprechung sehr deutlich macht. Von einem "herzerweichenden Kinderschicksal" mit therapeutischem Familienanschluss erzähle Hartmann mit "märchenhaft trivialer" Umständlichkeit aus der einigermaßen hilflosen Psychologinnenperspektive. Vor lauter Identifikationseinladungen kann sich die Rezensentin gar nicht retten. Und wird es doch einmal angenehm nüchtern-konkret, wartet schon die nächste didaktische Erläuterung auf die Rezensentin und verspricht Beruhigung. Krönung des misslungenen Romans ist für Dieckmann die Analogie von Trauma und Kreuzestod am Schluss - künstliche Überhöhung, durch die der Roman noch lange nicht hohe Literatur wird, meint Dieckmann.
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