In der "Weltwoche" schreibt Charles Lewinsky derzeit einen Roman in fünfzig Folgen, über einen Fußballstar und einen illegalen Immigranten - und darüber, wie Scharfmacher in Politik und Boulevardpresse mit beiden umgehen. Hintersinnig und scharfzüngig nimmt Lewinsky, der unter anderem mit seinem Roman "Melnitz" zu einer wichtigen Stimme der Gegenwartsliteratur in der Schweiz geworden ist, unsere offenen und versteckten Vorurteile aufs Korn.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.01.2010
Ein wenig irritiert ist Alexandra Stäheli über Charles Lewinskys Umgang mit Klischees in seinem neuen Roman "Doppelpass". Dieser ist, wie die Rezensentin berichtet, zunächst als Fortsetzungsroman ein Jahr lang wöchentlich in der "Weltwoche" abgedruckt worden und befasst sich mit der Schweizer Ausländerpolitik. Mit ironisch-satirischer Spitzfindigkeit, so Stäheli, entlarve der Autor anhand seiner Figurenkonstellation das widersprüchliche Bild der Schweizer Rechten, die gern zwischen nützlich und unbrauchbaren Fremden unterscheidet. Wie die Rezensentin schreibt, rankt sich die Handlung um den erfolgreichen, beliebten Profifußballer Tom Keita und seinen nichtsnutzigen, von Abschiebung bedrohten Cousin, die beide aus Guinea stammen. In dieser Konstruktion sieht die Rezensentin die Problematik des Romans. Ihrer Meinung nach schafft es auch Lewinsky nicht, seine Figuren von Klischeehaftigkeit zu befreien und sie in ihrer individuellen Besonderheit zu fassen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.12.2009
"Bestens unterhalten" wird man in diesem Roman, zieht Helmut Mauro sein Fazit, nicht ohne jedoch mehrere Einwände vorauszuschicken. Denn allzu nahe am Fernsehen bewegt sich der Drehbuchautor Charles Lewinski dann doch mitunter, etwa wenn manche Pointen auf den üblichsten Gemeinplatz hinauslaufen. Auch hätte Mauro dem Buch an manchen sprunghaften Stellen mehr Lektorat gewünscht und die rassistischen Aussprüche der Figuren im Buch haben ihn ebenso erschrecken lassen. Gleichwohl kann man dramaturgisch am Buch nichts einwenden, so Mauro, der Lewinski auch zuverlässige Kenntnis über Medien und Politik zuspricht.
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