Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.12.2002
Ende des achtzehnten Jahrhunderts war die satirische Lexikographie so populär wie heute das Handbuch- und Hitlisten-Wesen, weiß Rezensent Jens Bisky. Ein "rundum gelungenes" Exemplar jener Gattung ist für ihn Christian August Vulpius' "Glossarium für das Achtzehnte Jahrhundert", das erstmals 1788 ohne Hinweis auf den Verfasser erschienen war. So herrscht denn auch große Freude bei Bisky darüber, dass der Wehrhahn Verlag Vulpius' alphabetische Sammlung von Aperçus, Aphorismen und sonstigen Bemerkungen wieder zugänglich gemacht hat. Beim Blättern könne man die deutsche Aufklärung von ihrer besten Seite kennenlernen, versichert Bisky: "Kirchenfeindlich, skeptisch gegenüber allem Menschlichen, gegenüber dem Hohen, Weihevollen, misogyn, sarkastisch angesichts der eigenen Zeiten, stolz auf Unabhängigkeit." Besonders gefallen hat Bisky, was Vulpius unter dem Stichwort "Vollkommenheit" notiert hat: "eine unwidersprechliche Eigenschaft der Rezensenten". "Wie", bleibt dem Rezensenten da nur noch zu fragen, "sollte ein so einsichtsvoller Mann jemals irren?"
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