Der Ausdruck Dilettant war lange Zeit keineswegs negativ besetzt. Vielmehr repräsentierte Dilettantismus in den westeuropäischen Gesellschaften des 16. bis 18. Jahrhunderts ein Bildungsideal des hohen Adels und des wohlhabenden Bürgertums. Gleichwohl ist der naturwissenschaftliche Dilettantismus jener Zeit von der Forschung bislang kaum berücksichtigt worden. Am Beispiel der paläontologischen Liebhaberinteressen des Darmstädter Kriegsrates Johann Heinrich Merck (1741-1791) untersucht die vorliegende Arbeit dieses vernachlässigte Problem in einem größeren kulturellen Kontext.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.05.2001
Ein echter Glücksgriff ist für Alexander Kosenina die Studie von Marie-Theres Federhofer. Endlich hat nämlich jemand, eben die Autorin, zur Kenntnis genommen, dass es eine spezifisch englische und ebenso naturkundliche Spielart einer Amateurwissenschaft gegeben hat, zu der man auch den Fossiliensammler und Hobbyanatomen Johann Heinrich Merck zählen könnte. Das Buch sei spannend und kenntnisreich geschrieben, so spannend, dass man gar nicht merke, dass es sich hier um eine Dissertation handle, lobt der Rezensent. Eine Studie, die Kosenina ins Grübeln gebracht hat über die gegenwärtige Debatte um einen akademischen Stil und das Selbstverständnis von Lehre und Forschung.
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